Karlsruhe Gerhart Baum: König der Kläger

Überwachung ist nicht seine Sache: Gerhart Baum.
Überwachung ist nicht seine Sache: Gerhart Baum. © Foto: dpa
Karlsruhe / CF 23.04.2016
Man kennt sich gut in Karlsruhe. Dass Gerhart Baum im Foyer des Bundesverfassungsgerichts mit "Na, der Herr Beschwerdeführer" begrüßt wird, kommt schon mal vor. Immerhin ist der streitbare Liberale dort Stammgast - und ein ungemein erfolgreicher obendrein.

Sein Name ist mit allen wichtigen Überwachungsgesetzen verbunden: Großer Lauschangriff, Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung oder nun das BKA-Gesetz, Baum hatte stets seinen Anteil an ihrem Scheitern. In variabler Klagegemeinschaft mit Burkhard Hirsch und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war und ist er Teil der letzten ultrabürgerrechtlichen Bastion der FDP.

Einst stand der 1932 geborene Rechtsanwalt auf der anderen Seite. Von 1978 bis 1982 war er, zu Zeiten des RAF-Terrors, Bundesinnenminister, eine Aufgabe, die er im Rückblick kritisch bewertet - sein lässig-abgeklärter Auftritt als Zeuge im Verfahren gegen Verena Becker vor wenigen Jahren sprach Bände: Er bekannte freimütig, mit Begriffen wie "Wohl der Bundesrepublik" wenig anfangen zu können, bevor ihn sein Gedächtnis im Stich ließ. Doch an den vergangenen Mittwoch wird er sich lange erinnern: Das Urteil zum BKA-Gesetz krönt sein Lebenswerk als Kläger - im besten Sinne.

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