Nachdem es chinesischen Forschern erstmals gelungen ist, zwei Primaten erfolgreich zu klonen, ist auch in Deutschland eine Debatte entflammt. Scharfe Kritik kommt vom deutschen Tierschutzbund. Verbandssprecherin Lea Schmitz forderte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ ein generelles Verbot des Tierklonens. „Klontiere sterben oft kurz vor oder nach der Geburt, so dass sie Schmerzen empfinden und schwer leiden“. Die deutsche Bischofskonferenz  befürchtet, derartige Forschung habe letztendlich das Klonen von Menschen zum Ziel. Humanklonen sei aber mit der Menschenwürde unvereinbar.

Noch kein praktischer Nutzen

Deutsche Wissenschaftler sehen die Situation gelassener. Stefan Treue, Direktor des Deutschen Primatenzentrums, hält das Klonverfahren für zu unzuverlässig für die praktische Anwendung. Deutsche Ethiker sehen deshalb keine unbedingte Notwendigkeit zur Veränderung von Ethik-Standards in der deutschen Forschung. „Es scheint bei diesem Projekt auch um den Nationalstolz zu gehen“, erläutert Alena Buyx, Professorin für Medizinethik in Kiel und Mitglied des Ethikrates. Die Namen der beiden geklonten Affen, Zhong Zhong und Hua Hua, sind eine Anlehnung an das chinesische Wort für Nation. China wolle sich wohl als die führende Macht in der Gentechnik profilieren, sagt Buyx. Wissenschaftlich sei das Ergebnis durchaus ein großer Schritt. Geklonte Affen könnten als Versuchstiere interessant sein. An ihnen können Medikamente und Veränderungen im Erbgut getestet werden. Die chinesischen Forscher hätten aber nach der Befruchtung von mehr als 100 Embryonen nur zwei lebensfähige Geburten hervorgebracht. „Damit würde diese Methode schon nach unseren Tiersschutzstandards in Deutschland nicht zugelassen“, sagt die Medizinethikerin. In Deutschland gelte darüber hinaus in der Forschung die Prämisse zunächst an niederen Tieren zu experimentieren bevor man Menschenaffen nutze. Daher sei es auch in Zukunft unwahrscheinlich, dass in deutschen Einrichtungen Primaten zu Forschungszwecken geklont werden.

Das Klonen von Menschen sei international weitgehend geächtet, sagt Buyx. Auch in China fordern Forscher klare Klon-Gesetze von ihrer Führung. Wichtig sei, die Forschungsentwicklung im Auge zu behalten und Gesetze den ethischen Standards entsprechend anzupassen.