Sicherheit Gefahr aus der Luft: Experten warnen vor Drohnen-Anschlägen

Berlin / Dorothee Torebko 07.08.2018

Drohnen, Detonationen und die Frage: War es ein Anschlag? Am Samstag waren bei einer Militärparade in Venezuela Bomben, die von Drohnen abgeworfen wurden, in der Nähe des Präsidenten Nicolás Maduro explodiert. Ob es ein terroristischer Akt war, ist ebenso unklar wie die Frage nach den Tätern.

Das Szenario beschäftigt  Sicherheitsexperten auch hierzulande. „Anschlagartige Szenarien durch Drohnen kann es in Deutschland jederzeit geben“, warnt Hans-Peter Stuch vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie. „Es ist keine Frage, ob es dazu kommt, sondern vielmehr wann das geschieht.“ Stuch forscht mit Wissenschaftlern im Rahmen eines aus Mitteln des Forschungsministeriums geförderten Projekts zur Drohnenabwehr.

Die Forscher entwickeln das System Ambos. Es erkennt die Funkverbindung zwischen Drohne und Fernbedienung, kann das Flugobjekt hören, es per Kamera sehen und hat ein Radar. All diese Informationen liefert das System einem Polizisten. Der kann nun das Funksignal stören oder ein Netz auswerfen, das sie einfängt. Das ist die Theorie – rechtlich sind aber nicht alle Fragen geklärt. „Der Gesetzgeber muss regeln, wann Gegenmaßnahmen wie ein Netzwerfer eingesetzt werden können“, erklärt Stuch.

Und wer haftet, wenn die Drohne abstürzt und Menschen verletzt? Aufsehen hatte ein Vorfall bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 2013 erregt: Damals plumpste in Dresden eine Kameradrohne auf die Bühne – wenige Meter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entfernt.  Hätten Behörden sie eingefangen, wäre sie womöglich über den Köpfen der Zuhörer abgestürzt.

Störsender im Einsatz

Die Szene nahm das Kasseler Unternehmen Dedrone zum Anlass, 2015 einen Tracker zu entwickeln. Das System ist im Gegensatz zu Ambos bereits auf dem Markt. Es schützt Unternehmen vor Industriespionage und soll verhindern, dass Drogen, Handys und Waffen per Drohne in Gefängnisse geschmuggelt werden. Es funktioniert mit einer Mischung aus Mikrofonen, Radiofrequenzsendern und Kameras.

Stuch sieht diese Systeme kritisch. Sie würden in einigen Fällen wirken, in anderen, in denen die räumliche Situation nicht ideal ist, nicht. „Wir hoffen, diese Lücken mit Ambos zu verkleinern und möglichst zu schließen“, sagt er. Billig wird das aber nicht: Ein Gerät kostet ab 100 000 Euro aufwärts.

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