Kommentar Guido Bohsem zum Zerwürfnis des Westens G7-Gipfel: Der blanke Wahnsinn

Guido Bohsem, Autorenfoto
Guido Bohsem, Autorenfoto © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Guido Bohsem 09.06.2018

Es ist ein Wahnsinn. Hätte einer vor vier Jahren behauptet, dass die Chefs der sieben führenden Industrienationen vor einem Gipfel via Twitter aufeinander losgehen würden, er wäre für nicht ganz dicht gehalten worden. Jetzt ist es so, und keinen überrascht es mehr. Das hat Methode. In atemberaubender Geschwindigkeit hat der große Zerstörer Donald Trump die Sitten in den internationalen Beziehungen vergiftet und zerstört.

Es braucht inzwischen nicht mal mehr Wladimir Putin, um Zwietracht in dem Gremium zu säen. Die G7 kriegen das ganz alleine hin. Dass der US-Präsident den russischen Regierungschef – entgegen der politischen Linie der USA – wieder in die Runde einlädt, liegt sicher daran, dass er sich nicht so einsam fühlen will. Ein Gipfel muss zur Therapie.

Die große Frage ist, was nun noch helfen soll. Merkels klare Worte wirken nicht, die Freundschaftsshow des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ebenfalls nicht. Die ironische Distanz des Kanadiers Justin Trudeau half nicht und auch nicht Theresa Mays Appelle. Trump berührt das nicht. Zu befürchten ist, dass er das meiste nicht einmal versteht. Es ist ein Wahnsinn.

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