In den 1980er Jahren fiel ein Münchner Kreisverwaltungsreferent den CSU-Strategen ins Auge. Er verbannte die Prostitution aus dem Zentrum und legte sich mit den Wiesn-Wirten an. Der damalige CSU-Chef Franz Josef Strauß zögerte nicht lange, Peter Gauweiler als Staatssekretär ins bayerische Innenministerium zu holen. Dort feilte er an seinem Law-and-Order-Image, etwa mit dem Vorschlag, Aids-Infizierte zu kasernieren.

"Schwarzer Peter" nannten seine Parteifreunde den damals Schwarzhaarigen respektvoll, als "Gauleiter" verunglimpfte ihn die Opposition. Doch weil nichtmal ein erwiesener Hardliner wie er für Ruhe im Haifischbecken der Münchner CSU zu sorgen vermochte, war es in der Stoiber-Zeit vorbei mit der Karriere von Strauß' Liebling.

Seit 2002 saß er bis zum jetzt verkündeten Rückzug im Bundestag, jeweils direkt gewählt im Wahlkreis München-Süd. Seine Popularität an der Basis litt nicht mal erkennbar, als bekannt wurde, dass er als Mitglied einer renommierten Anwaltskanzlei rund eine Million Euro im Jahr an "Nebeneinkünften" bezieht. Um seine Zuständigkeit für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hat er sich gleichwohl sorgsam gekümmert - etwa als beredter Fürsprecher der Goethe-Institute.