Fragwürdige Burger-Offenbarung

Hamburger
Hamburger © Foto: Fotolia
Thomas Block 11.12.2017

Das Leben kann ganz schön unfair sein. Während der Kelch der guten Eigenschaften an manchen einfach vorübergegangen ist, sind andere gleich mit so vielen Vorzügen gesegnet, dass es fast wehtut. Barack Obama zum Beispiel. Klug, redegewandt, Sinn für Humor ist auch vorhanden und gut aussehen tut er auch noch. Rank und schlank ist er, der Obama. Und das, obwohl er einen Hang zu fettigem Fast-Food hat.

Obamas liebste Burgerkette hat jetzt ihre erste Filiale in Frankfurt eröffnet, also in der Stadt, in der viele Menschen mit einer vollen Brieftasche gesegnet sind. Der Andrang hat sich in Grenzen gehalten. Verständlich. Auch der Hamburger ist schließlich ein Gericht, das bei Verteilung der kulinarischen Vorzüge den Kürzeren gezogen hat: Hack im Brötchen. Wäre der Burger ein Mensch, er würde an Übergewicht, Unterintelligenz und chronischer Akne leiden. Die Lieblingskette versucht, Raffinesse an das Gericht zu bringen, indem sie alle Zutaten in Erdnussöl frittiert. Obama hat mal gesagt: Wenn man einem Schwein Lippenstift aufträgt, bleibt es trotzdem ein Schwein. Das passt hier ganz gut.

Trotzdem sind Burger richtig lecker. Hack im Brötchen kann eine richtige Offenbarung sein. Ein komplett irrationales Gericht, aus dem sich folgende Lehre ziehen lässt: Wer bei der Lotterie des Lebens gewonnen hat, ist nicht automatisch ein besserer Mensch. Sieht auch Obama so.

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