Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert einen verpflichtenden Rückruf und Nachrüstungen für alle Diesel der Abgas-Normen Euro 5 und Euro 6. Alle Fahrzeuge müssten den Grenzwert von 80 Milligramm Stickoxid-Ausstoß pro Kilometer bis minus 15 Grad Außentemperatur einhalten, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch in Berlin. Dies koste im Schnitt 1500 Euro pro Auto. Damit kämen auf die gesamte Branche Kosten von etwa 13,5 Milliarden Euro zu. „Damit wird niemand überfordert“, so Resch. Er berief sich auf einen Versuch mit einem VW-Passat der Klasse Euro 5.

Der Bund der Steuerzahler lehnt staatliche Prämien oder Steuernachlässe für neue Diesel ab. „Was nicht sein kann, ist, dass die Politik jetzt wieder mit Steuergeld winkt“, sagte sein Präsident Reiner Holznagel zu Vorschlägen von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und seines niedersächsischen Kollegen Stephan Weil (SPD).

Die IG Metall verlangt eine Transparenzoffensive der Automobilindustrie und ihrer Verbände. Die realen Verbrauchs- und Emissionswerte müssten benannt werden, hieß es in einer Erklärung mit den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Automobilindustrie. „Pauschale, kurzfristig eingeführte Einfahrverbote für Diesel-Fahrzeuge würden zu einem dramatischen Rückgang des Diesel-Anteils führen“, befürchten sie. Der Diesel bleibe als Übergangstechnologie unverzichtbar. Die Politik müsse mit Industrie und Gewerkschaften ein strategisches Konzept für den technologischen Übergang vorlegen, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann.

Die Grünen wollen den Weg in den abgasfreien Autoverkehr nach dem Vorbild des Atomausstiegs regeln. Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) sei bereit, die „Zukunftskommission umweltfreundliche Mobilität“ zu leiten, sagte Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir. Vorbild solle die Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ sein, die nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 den gesellschaftlichen Kompromiss für Atomausstieg und Energiewende vorbereitet hatte.