Kommentar Hajo Zenker zu Spahns Vorstoß zum Fettabsaugen Fettabsaugen: Spahn macht Druck auf Gremium

Hajo Zenker Märkische Oderzeitung
Hajo Zenker Märkische Oderzeitung © Foto: MOZ Gerd Markert
Berlin / Hajo Zenker 12.01.2019

Keine Frage: Die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen nervt häufig. Es wird lange um einen Kompromiss gerungen, der dann oft nur auf dem allerkleinsten gemeinsamen Nenner fußt. Weil in dem sogenannten Gemeinsamen Bundesausschuss, dem höchsten Gremium der Selbstverwaltung, Vertreter von Krankenkassen genauso sitzen wie der Ärzte und Krankenhäuser – Parteien mit höchst unterschiedlichen Interessen also.

Und wenn es etwa deshalb nach jahrelangen Verhandlungen nicht gelungen ist, Personaluntergrenzen für die Krankenhäuser zu vereinbaren, dann tut der Gesetzgeber gut daran, hier einzugreifen. So wie das Minister Jens Spahn bereits getan hat. Aber jetzt ausgerechnet beim Fettabsaugen ein neuerliches Exempel zu statuieren, erstaunt dann doch. Es gibt ja bisher konventionelle Behandlungsmethoden, und das Ergebnis einer Studie zum Fettabsaugen steht noch aus. Der Gesundheitsminister hat hier einfach nach einem neuen Beispiel gesucht, um Druck auszuüben.

Die Selbstverwaltung muss daher im eigenen Interesse schnellstmöglich den Hang zur Selbstblockade überwinden. Denn sonst macht sie sich überflüssig.

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