Experten: Strecken im Land sind sicher

MADELEINE WEGNER 11.02.2016
Wie ist es um die Sicherheit auf den Zugstrecken im Land bestellt? Experten sagen: Bahnfahren ist sicher - egal, ob auf ein- oder zweispurigen Strecken.

Ob Gäubahn von Stuttgart nach Tuttlingen oder Gürtelbahn von Radolfzell nach Lindau: Auch im Südwesten gibt es Eisenbahnstrecken, auf denen die Züge auf nur einer Spur verkehren. "Ob einspurig oder zweispurig: Unter Sicherheitsaspekten sollte das heute keinen Unterschied mehr machen", sagt Ulrich Grosse, unabhängiger Nahverkehrsberater aus Tübingen. Wie auch andere Verkehrsexperten geht Grosse davon aus, dass mittlerweile alle Strecken mit moderner Sicherungstechnik ausgerüstet sind, die im Notfall über Magnete automatisch bremsen. Nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sind im Land 1800 Kilometer eingleisig - etwa die Hälfte des gesamten Netzes.

"Grundsätzlich ist das System sicher", sagt auch Stefan Buhl, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Er ist überzeugt: "Durch nur einen Fehler eines Lokführers kann noch kein Unglück passieren." Generell sei die Fahrt auf dem Gleis mehrfach gesichert. Auch der Zustand der Strecken im gibt laut Buhl keinen Grund zur Sorge. Zurzeit werde viel gebaut und im großen Maßstab saniert. "Selbst dort, wo es Streckenschäden gibt, heißt es nicht, dass es ein Risiko gibt", so der Landesvorsitzende, " sondern es führt eher zu betrieblichen Behinderungen". Heißt, die Züge müssen dort aus Sicherheitsgründen langsamer fahren. Fazit Buhl: "Das zeigt auch, dass die Sicherheit vorgeht."

In diesem Jahr läuft der große Verkehrsvertrag zwischen Land und DB Regio aus. Das heißt, dass künftig alle Schienenverkehre ausgeschrieben werden müssen. Ein Großteil des regionalen Schienenverkehrs wird neu vergeben und eine größere Vielfalt an Bahnunternehmen auf die Strecken im Land kommen. Generell sollte auch dies kein erhöhtes Sicherheitsrisiko bedeuten. "Die Sicherheitsphilosophie bei den einzelnen Unternehmen dürfte die gleiche sein und auch die Aufsicht ist die gleiche", sagt Buhl. Doch Verkehrsexperte Grosse gibt zu bedenken: Das kostengünstigste Angebot gewinne jeweils die Ausschreibung. Kosten könnten die Unternehmen jedoch fast nur noch beim Personal sparen. Schlechter bezahltes Personal, kürzere Ausbildungen und damit weniger Erfahrung im Beruf - "das ist das einzige, was einen mit Sorge erfüllen könnte", sagt Grosse. Er wägt jedoch auch ab: "Dafür ist die Technik x-mal besser als früher."