Klinikskandal Ex-Landeschef Andreas Braun tritt bei den Grünen aus

Andreas Braun, ehemaliger Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg, ist nun aus der Partei ausgetreten.
Andreas Braun, ehemaliger Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg, ist nun aus der Partei ausgetreten. © Foto: Rolf Haid/dpa
Stuttgart / Roland Muschel 28.08.2018

Ex-Grünen-Landeschef Andreas Braun hat seiner Partei verbittert den Rücken gekehrt. Braun, der 35 Jahre lang Mitglied der Grünen und von 1999 bis 2006 ihr Landesvorsitzender war, sitzt derzeit im Zusammenhang mit dem Stuttgarter Klinikskandal in Untersuchungshaft. In seiner Funktion als früherer Leiter der Auslandsabteilung des Klinikums wird er des Betrugs und der Bestechlichkeit verdächtigt.

Verhalten der Grünen sei „schäbig“

In der Austrittserklärung, die dieser Zeitung vorliegt, wirft Braun Grünen-Politikern vor, ihn in der Affäre zum Sündenbock stempeln zu wollen. Dass sich aus der Partei in der für ihn existenzbedrohenden Situation niemand auch nur anstandshalber bei ihm gemeldet habe, sei „schäbig“, schreibt Braun. Stattdessen würden ehemalige grüne Krankenhausbürgermeister in Stuttgart in Eintracht mit Bürgermeistern anderer Parteien das „politisch gewollte Bild des Sündenbocks bedienen“, zu dem er stilisiert werden solle.

Mit den ehemaligen Krankenhausbürgermeistern dürften der jetzige Stuttgarter Sozialbürgermeister Werner Wölfle und der scheidende Amtschef in der Staatskanzlei von Regierungschef Winfried Kretschmann, Klaus-Peter Murawski (alle Grüne), gemeint sein. Braun hatte in der Vergangenheit versichert, dass alle relevanten Akteure über die nun von der Staatsanwaltschaft als illegal eingestuften und ihm zur Last gelegten Provisionszahlungen an Patientenvermittler Bescheid gewusst hätten. Wölfle und Murawski haben dem Vorwurf widersprochen; die Ermittlungen betreffen beide nicht. SPD und FDP äußerten die Hoffnung, dass nun „Licht in das Dunkel des Skandals“ komme.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel