CSU Interview mit Ex-CSU-Chef Erwin Huber

Ex-CSU-Chef und Landtagsmitglied Erwin Huber.
Ex-CSU-Chef und Landtagsmitglied Erwin Huber. © Foto: dpa
München / Michael Gabel 15.12.2017
Erwin Huber war als CSU-Chef mit Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein von 2007 bis 2008 Teil einer Doppelspitze.

Was können Seehofer und Söder von Ihnen beiden lernen?

Erwin Huber: Wir waren ein gutes Team.

Aber es ging bald auseinander.

Ja, aber das lag nicht an der Doppelspitze, sondern an den schwierigen sonstigen Umständen.

Aber ist die jetzige Konstellation nicht eher aus der Not geboren, weil Seehofer nicht auch noch den Parteivorsitz aufgeben wollte?

Nein, es ist eine gute Lösung gefunden worden. Und ich glaube auch, dass beide Politiker wissen, worauf es ankommt.

Einen Machtverlust für Horst Seehofer sehen Sie nicht?

Er wird jetzt 68 Jahre und hat selber in der Vergangenheit öfter angekündigt, dass er einen Übergang organisieren wird. Ein Teil dieses Generationenwechsels liegt jetzt in der Person Markus Söder als Ministerpräsident.

Aber ziemlich holprig erschien der Vorgang schon.

Wie so oft im Leben geht es manchmal zwischen den Generationen holprig zu. Aber da kann man unbesorgt sein – wenn das abgeschlossen ist, geht der Blick in die Zukunft.

Wenn aber in Berlin etwas beschlossen würde, was aus bayerischer Sicht gar nicht geht, wer hätte das letzte Wort – Seehofer oder Söder?

Die Inhalte eines Koalitionsvertrages würden wir innerhalb der CSU abstimmen. Das haben wir in 70 Jahren gut hingekriegt, und das schaffen wir auch jetzt.

Sollte Seehofer auch als Parteichef abtreten, wäre Söder der natürliche Nachfolger?

Die CSU hat eine ganze Reihe von Politikern, die in ein solches Amt hineinwachsen können. Ich denke zuvörderst an Manfred Weber, den Vorsitzenden der EVP-Fraktion im Europaparlament.

Also soll es bei einer Trennung der Ämter bleiben?

Ja, ich sehe eine Doppelspitze als Dauerlösung.

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