Abgase EU plant CO2-Grenzwerte für Lkw

Auspuffrohr eines Diesel-Lkw.
Auspuffrohr eines Diesel-Lkw. © Foto:
Berlin / Dorothee Torebko 18.05.2018

Auf den ersten Blick scheinen sich Umweltverbände und die Automobil- sowie Lkw-Branche einig zu sein: Beide Seiten lehnen die CO2-Vorgaben der EU-Kommission ab. Am Donnerstag hatte Brüssel verbindliche Auflagen vorgelegt, wonach Lkw ihre Emissionen bis 2025 um 15 Prozent reduzieren sollen. Bis 2030 soll der Ausstoß um 30 Prozent sinken. Doch während Daimler, MAN und Co. Alarm schlagen, dass die Ziele zu ambitioniert sind, geht Umweltverbänden der EU-Vorstoß nicht weit genug.

„Die CO2-Ziele können Industrie und Transportbranche überfordern“, warnt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes. Er verweist darauf, dass in den vergangenen Jahren der CO2-Ausstoß neuer Lkw bereits um acht Prozent gesenkt wurde. Sein Verband pochte deshalb vor der EU auf eine CO2-Minderung von sieben Prozent. Die Anstrengungen führten zu einem Kompromiss, denn Umweltverbände sowie eine Allianz von Transportunternehmen und Spediteuren von Ikea bis zu DB Schenker plädierten für 24 Prozent weniger Spritverbrauch und damit CO2-Ausstoß. Enttäuscht angesichts des Mittelwegs zeigen sich die Umweltschützer. „Die vorgeschlagenen Grenzwerte sind viel zu schwach, um den Lkw-Verkehr auf Klimakurs zu bringen“, sagt Michael Müller-Görnert vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland.

Die EU-Kommission will mithilfe der verbindlichen Vorgaben bewirken, dass Unternehmen auf diese Mittel zurückgreifen. Brüssel verweist darauf, dass Lkw EU-weit fast ein Viertel der CO2-Emissionen des Verkehrs verursachen. In Deutschland sind es sogar mehr als ein Drittel. Von den Änderungen können Spediteure und Transportfirmen sogar profitieren: Pro Fahrzeug können sie 5000 Euro einsparen, wenn sie die Emissionen bis 2025 um 15 Prozent reduzieren. Heißt: Sie können die Umwelt schützen und zugleich Kosten senken.

Als Win-Win-Situation sieht den EU-Vorstoß auch das Land. „Die Reduzierung der Emissionen ist bei Lkw ebenso notwendig auszugestalten wie bei Pkw“, sagte eine Sprecherin des baden-württembergischen Verkehrsministeriums. „Der von der EU-Kommission vorgeschlagene Reduktionspfad weist hier in die richtige Richtung.“