Ulm / Ulrike Sosalla  Uhr

Jugendliche haben häufig ein feines Gespür für gesellschaftliche Tendenzen. Deshalb sollte man die Ergebnisse der Jugendstudie im Auftrag der Tui-Stiftung nicht abtun als eine bloße Momentaufnahme. Die Befragten, junge Menschen aus Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Griechenland, offenbaren ein skeptisches Grundgefühl: Ob es um die Demokratie geht, die nur die Hälfte für die beste Regierungsform hält, oder um die EU, die nur ein Viertel mit Wohlstand und sozialer Sicherheit verbindet – dieser Jugend ist die Gewissheit abhanden gekommen, dass es ihnen einmal besser gehen wird als ihren Eltern. Zugleich zweifeln sie daran, dass ihre Regierungen und die EU an diesem Befund viel ändern können. Nicht ganz zufällig sind Befragte in Deutschland – jenem Land, das als Einziges der Riege anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnet – deutlich zuversichtlicher für ihre eigene Zukunft und der Demokratie gegenüber.

Die Regierungen der Mitgliedstaaten könnten daraus viel lernen. Eine EU, der nur eine Minderheit der Jungen die Werte Solidarität und Wohlstand zuschreibt, sollte ihre Prioritäten überdenken.