Ein EU-Berufungskomitee entscheidet heute über die Zulassung zehn gentechnisch veränderter Maissorten in Futter- und Lebensmitteln. Dabei geht es um die Maissorte "Smartstax" der US-Konzerne Monsanto und Dow AgroSciences. Er produziert sechs Insektengifte und ist gegen die Pestizide Glyphosat und Glusofinat resistent.

Die Sorten werden in den USA und Brasilien angebaut. Nach Angaben des Vereins Testbiotech haben sich die Schädlinge dort an Gen- Maissorten angepasst, die nur ein Gift erzeugen. Deshalb gebe es jetzt Mais mit Giftmixturen.

Testbiotech erklärt, die Risiken, die von den Pflanzen ausgingen, seien unzureichend untersucht. Die Körner seien nur 42 Tage an Geflügel verfüttert worden, um deren Mastleistung zu prüfen. Nicht getestet wurden Kombinationswirkungen der Gifte und Spritzmittelrückstände. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA habe sie 2010 für unbedenklich erklärt. Fütterungsversuche an Schweinen mit ähnlichen Maisvarianten ergaben mittlerweile Hinweise auf Gesundheitsschäden.

Im Juni hatte sich die Bundesregierung bei der ersten Entscheidung über die Zulassung der Gen- mais-Sorten enthalten. Verhält sie sich heute wieder neutral, überlässt sie es der EU-Kommission über den Marktzugang zu befinden.

Zugelassen werden soll überdies der Pollen des Genmaises Mon810 für Lebensmittel wie Honig.