Erleichterung und Entschlossenheit prägten die politischen Reaktionen in Berlin auf die Nachricht, dass der mutmaßliche Attentäter von Berlin, der Tunesier Anis Amri, von der italienischen Polizei in Mailand gestellt und erschossen  worden war. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte: „Ich bin sehr erleichtert, dass von diesem Attentäter keine Gefahr mehr ausgeht.“ Allerdings bleibe die terroristische Bedrohung „weiter hoch“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte den italienischen Sicherheitsbehörden für ihr Eingreifen und die enge Zusammenarbeit mit ihren Partnern in Deutschland. Sie kündigte an, dass überall „dort, wo Bedarf für politische und gesetzliche Veränderungen gesehen“ werde, notwendige Maßnahmen zügig verabredet und umgesetzt werden sollen. Schon im Januar wollen de Maizière und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) über rechts- und sicherheitspolitische Schlussfolgerungen aus dem Anschlag beraten. Dabei soll es sowohl um die Abschiebeverfahren von abgelehnten Asylbewerbern als auch um die intensivere Beobachtung von sogenannten Gefährdern gehen.

Am frühen Freitagmorgen hatten zwei Polizisten den international Gesuchten bei einer Routinekontrolle in Mailand gestellt. Der Tunesier eröffnete das Feuer und wurde dann von einem der beiden Beamten erschossen. Der zweite Polizist wurde mit einer Schussverletzung an der Schulter in ein Krankenhaus gebracht. Dem Mailänder Polizeichef Antonio De Iesu zufolge reiste Amri über Frankreich nach Mailand.

Offenbar hat Anis Amri vor seinem Anschlag ein Treuebekenntnis zum IS abgegeben. Das IS-Sprachrohr Amak veröffentlichte ein Video, auf dem angeblich Amri zu sehen ist. Die Aufnahme zeigt einen Mann auf einer Brücke in Berlin.

Wegen der möglichen Vorbereitung eines Anschlags auf das Einkaufszentrum Centro Oberhausen hat die Polizei zwei Brüder aus dem Kosovo festgenommen.

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