Nach der bisherigen Planung blieben zwischen Fertigstellung des Berichtsentwurfs und der Übergabe an Bundestag und Bundesrat wohl nur 14 Tage Zeit, die Öffentlichkeit zu hören, sagte der Kommissionsvorsitzende Michael Müller. "Ich finde, dass das nicht geht." Eine erste Fassung des Berichts, der unter anderem die Kriterien für die Suche benennt, werde "wahrscheinlich um den 10. Juni" herum fertig, sagte Müller, der früher Staatssekretär im Bundesumweltministerium war. Am 30. Juni wird die Kommission bereits aufgelöst, so sieht es ein Gesetz vor. Mehrere Kommissionsmitglieder gehen davon aus, dass es den Sommer über eine weitere Anhörungsphase für die Öffentlichkeit geben wird, bevor sich dann ab September die Politik mit dem Bericht befasst.

Die Kommission "Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" hat ihre Arbeit vor zwei Jahren aufgenommen. Sie soll die Suche so gestalten, dass es einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens gibt. Nach Darstellung der Kommission ist der Bericht in weiten Teilen fertig. Ziel der Suche ist es, bis 2031 einen möglichst sicheren Standort zu finden. Bis der hoch radioaktive Atommüll in ein künftiges Endlager eingelagert wird, wird es noch deutlich länger dauern.