Kommentar Zur Reform des Medizinstudiums: Ein erster Schritt

Die Bundesländer sollten deutlich mehr Medizinstudienplätze bereitstellen, meint unser Redakteur Michael Gabel.
Die Bundesländer sollten deutlich mehr Medizinstudienplätze bereitstellen, meint unser Redakteur Michael Gabel. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Michael Gabel 08.12.2018
Es ist richtig, das Medizinstudium zu öffnen. Jetzt muss noch eine deutliche Erhöhung der Zahl der Studienplätze folgen, meint unser Redakteur Michael Gabel.

Es geht also doch: Endlich gibt es auch für Bewerber ohne Einser-Abitur die Möglichkeit, schnell einen Medizinstudienplatz zu bekommen. Zwar werden sie etwas Glück brauchen, um in der Vergabelotterie zum Zug zu kommen. Aber die Grundsatzentscheidung ist richtig. Denn es gibt andere Kriterien als den Notenschnitt, die einen Menschen zum Medizinstudium befähigen: die Leidenschaft fürs Fach zum Beispiel oder Vorerfahrungen in einem medizinischen Beruf.

Müssen sich Patienten nun sorgen, künftig von schlechter ausgebildeten Ärzten behandelt zu werden? Gewiss nicht. Denn das Studium selbst bleibt eines der schwierigsten und lernintensivsten. Wer dort die Leistung nicht bringen kann oder will, scheitert – das wird sich nicht ändern.

 Einen Schönheitsfehler hat die Reform jedoch. Erst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts veranlasste die Kultusminister zum Handeln. Auf einem anderen Feld könnten die Bundesländer nun aber selbst die Initiative ergreifen: Sie sollten deutlich mehr Medizinstudienplätze bereitstellen. Diese sind zwar teuer. Aber wenn Ärzte an allen Ecken und Enden fehlen, lohnt sich die Investition.

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