Landwirtschaft Dürreschäden: Bund sagt Bauern Hilfen zu

Der heiße Sommer hat Spuren hinterlassen. Vertrockneter Mais auf einem Feld in Gottenheim im Breisgau.
Der heiße Sommer hat Spuren hinterlassen. Vertrockneter Mais auf einem Feld in Gottenheim im Breisgau. © Foto: Imago/Arnulf Hettrich
Berlin/Stuttgart / afp/dpa(eb 23.08.2018

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat den Bauern Hilfen von Bund und Ländern in Höhe von insgesamt 340 Millionen Euro versprochen, 150 bis 170 Millionen Euro davon will der Bund übernehmen. Die Dürreperiode bezeichnete die Ministerin als „Witterungsereignis nationalen Ausmaßes“. Erhalten sollen die Hilfen existenzgefährdete Betriebe, die einen Ertragsrückgang von mindestens 30 Prozent haben. Die Länder prüfen die Bedürftigkeit der Betriebe.

Der Deutsche Bauernverband begrüßte die Hilfen, auch wenn der Bund mit den Zusagen unter den Erwartungen des Verbands blieb. Dieser hatte staatliche Unterstützung in Höhe von über einer Milliarde Euro angesichts der Ernteausfälle gefordert. Bundesweit ergebe sich bei Getreide eine Menge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Bauernverband in seiner Bilanz mit. Hinzu kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter. In einigen Regionen lägen die Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen.

Bund und Länder müssen nun noch die Details abstimmen. „Dabei brauchen wir für unsere betroffenen Familienbetriebe ein pragmatisches, schnell umsetzbares Verfahren“, forderte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). Wichtig sei dabei, „dass am Ende eine Futterbeihilfe zustande kommt“, um den stark geschädigten Betrieben mit Viehhaltung rasch helfen zu können. Für den Südwesten beziffert er  den Schaden aktuell auf rund 50 Millionen Euro, vorwiegend im Futterbau.

Laut Statischem Landesamt liegt die Getreideernte in Baden-Württemberg rund fünf Prozent unter dem Schnitt der vergangenen Jahre. Große Fragezeichen gebe es bei Feldfrüchten wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, deren Ernte noch anstehe. In Bayern rechnen die Landwirte beim Getreide mit 11 Prozent Einbußen./

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