Freiburg Doping-Bericht soll bald vorliegen

Freiburg / ABÖ/LSW 26.02.2015
Nach mehr als sieben Jahren und heftigen Auseinandersetzungen soll die von der Kriminologin Letizia Paoli geleitete Evaluierungskommission noch 2015 ihren Abschlussbericht vorlegen. Mit einem Kommentar von Bettina Wieselmann: Langmut hat Grenzen.

Die Kommission untersucht die Doping-Vergangenheit der Uni, von der Ärzte unter anderem in den Doping-Skandal des Radteams Telekom verwickelt waren.

Nach Einschätzung des Heidelberger Wissenschaftlers Gerhard Treutlein wird der Bericht bis zu 1300 Seiten umfassen. Noch aber liegen nicht alle der elf Gutachten vor, mit denen die Vergangenheit aufgearbeitet wird. Eine feste Zusage, den Bericht 2015 fertigzustellen, gab es daher nicht.
Gemeinsam mit Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer und unter Leitung der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) haben sich die Beteiligten auf einen ehrgeizigen Zeitplan verständigt. Bauer erklärte, den Weg dahin hätten "nicht nur freundliche" Gespräche geebnet.

Kommentar von Bettina Wieselmann: Langmut hat Grenzen

Findet eine schier unendliche Geschichte doch noch ihren Schlusspunkt? Wird es endlich Licht am Ende des Tunnels geben? Wer den Glauben noch nicht ganz verloren hat, darf seit gestern für den Spätherbst die Ergebnisse der Freiburger Doping-Kommission erhoffen.

Seit siebeneinhalb Jahren versuchen Wissenschaftler mit viel Steuergeldern im Auftrag der Universität, die von den 70er bis in die 90er Jahre tief im Doping-Sumpf steckte, die Machenschaften an der dortigen sportmedizinischen Fakultät aufzuklären. Erwartet wird von vielen, dass Netzwerke sichtbar werden, die das Interesse auch der Politik am unlauteren Wettbewerb aufzeigen.

Dass nicht nur im real existierenden DDR-Sozialismus bis zum bitteren Ende gedopt wurde, ist allerdings längst bekannt. Die umfassende Studie der Berliner Humboldt-Uni hat systematisches Doping auch in der Bundesrepublik belegt. Dennoch ist es von besonderem Interesse, wie es am Dreh- und Angelpunkt Freiburg zuging.

Die zerstrittene Kommission unter der sehr selbstgerecht auftretenden Kriminologin Letizia Paoli hat sich allerdings selbst zuzuschreiben, dass sie inzwischen unter verschärfter Beobachtung steht. Diverse Male wurde bereits unter Moderation von Wissenschaftsministerin Bauer ein absehbares Ende versprochen. Und es waren nicht nur äußere Umstände, die dem dann entgegenstanden. Der Langmut auch der Steuerzahler hat Grenzen.

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