DOKUMENTATION: "Hallo Berlin"

SWP 20.06.2013

Wir dokumentieren die Rede des US-Präsidenten Barack Obama in Auszügen:

"Hallo Berlin, ich danke Ihnen, Kanzlerin Merkel, für Ihre Führungsrolle, Ihre Freundschaft und das Vorbild ihres Lebenslaufs - von der Kindheit im Osten zum Regierungsoberhaupt eines freien und vereinigten Deutschlands. (. . .) Keine Mauer kann dem Drang nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit standhalten, der in der Seele des Menschen brennt. (. . .) Man kann das Schicksal dieser Stadt in wenige Worte fassen: Wollen wir frei leben oder in Ketten? Unter Regierungen, die unsere Menschenrechte wahren oder unter Regimes, die diese unterdrücken. (. . .). Als Amerikaner glauben wir, dass alle Menschen gleich geschaffen sind - mit dem Recht auf Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück." (. . .).

Heute stehen wir keinen Betonmauern gegenüber, keinem Stacheldraht. Es stehen keine Panzer mehr an der Grenze. Es gibt keine Besuche in Atomschutzbunkern. Und so könnte manchmal der Eindruck entstehen, dass die großen Herausforderungen ein Ding der Vergangenheit sind. Und das bringt eine Versuchung mit sich, uns nach innen zu kehren, an unsere eigenen Wünsche und Ziele zu denken und nicht an den Lauf der Geschichte; zu glauben, dass wir unsere Rechnung mit der Geschichte beglichen haben, dass wir einfach die Früchte genießen können, die unsere Vorfahren errungen haben.

Aber ich komme heute hierher, Berlin, um zu sagen, dass Selbstgefälligkeit nicht das Wesen großer Nationen ist. Die heutigen Bedrohungen sind nicht so düster wie vor einem halben Jahrhundert, aber der Kampf für Freiheit und Sicherheit und Menschenwürde, dieser Kampf geht weiter. Und ich bin hierhergekommen, in diese Stadt der Hoffnung, weil die Prüfungen unseres Zeitalters den gleichen Kampfgeist verlangen, der Berlin vor einem halben Jahrhundert auszeichnete. Bundeskanzlerin Merkel erwähnte, dass wir den Jahrestag von John F. Kennedys bewegender Verteidigung der Freiheit begehen, die Freiheit, welche die Menschen dieser Stadt verkörpern. Sein Solidaritätsschwur, "Ich bin ein Berliner", überdauert die Zeiten. Aber das ist nicht alles, was er an jenem Tag sagte. (. . .). Schauen Sie, sagte er, "auf den Tag des Friedens mit Gerechtigkeit, nicht nur für Sie und uns, sondern für die ganze Menschheit".

Info Die vollständige Rede im Themenschwerpunkt swp.de/obama

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