USA Die vielen Facetten des Donald Trump

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Washington / Von Peter de Thier 13.01.2018
Egal, ob er sich mit Nordkoreas Diktator misst oder sich um eine Reise nach England drückt: Binnen weniger Tage gelingt es dem Präsidenten erneut, zu irritieren.

Einwanderung
Immer wieder beweist Donald Trump, dass er Vorurteile gegenüber bestimmten Ländern und ethnischen Minderheiten hegt. Nun soll er bei der Diskussion über ein Gesetz, welches den Umgang mit sogenannten „Dreamern“ regeln soll, die als Kinder unwissentlich illegal einreisten, gefragt haben, warum so viele Menschen aus „Dreckslochländern“ in die USA kommen. Er bezog sich laut US-Medien auf Immigranten aus afrikanischen Ländern sowie aus Haiti, die als Opfer des Erdbebens von 2010 bisher einen Sonderstatus genossen. Trump bestritt am Freitag allerdings, sich auf diese Weise ausgedrückt zu haben.

Kim Jon Ung
Unermüdlich belächelt der Präsident seit seinem Amtsantritt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Auf „Little Rocket Mans“ Atomwaffentests könnten die USA jederzeit mit „Feuer und Wut“ reagieren, sagte er wiederholt. Schließlich sei sein Nuklearknopf „deutlich größer, und vor allem funktioniert er“, gab er sich großspurig. Kim hat seinerseits Trump als „verrückten alten Mann“ beschimpft. Umso überraschender, dass Trump nach dem andauernden verbalen Schlagabtausch nun die Vermutung äußerte, dass die beiden womöglich sogar eine Freundschaft verbinde. „Wir haben wahrscheinlich eine sehr gute Beziehung“, sagte er und schürte damit Spekulationen, er habe kürzlich mit dem Diktator ein Telefonat geführt.

Botschaft
Weil er sich über die neue US-Botschaft in London geärgert hat, will der Präsident nun doch nicht wie geplant nächsten Monat nach England reisen. Trump gab im Kurznachrichtendienst Twitter seinem Vorgänger Barack Obama die Schuld daran, für 1,2 Milliarden Dollar eine neue diplomatische Mission in Auftrag gegeben zu haben, die völlig unnötig gewesen sei. Die alte Botschaft sei „die feinste“ am besten Standort in der britischen Hauptstadt gewesen. Tatsache ist, dass der Neubau nicht von Obama, sondern bereits 2008 unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush in die Wege geleitet worden war.

Iran
Immer wieder hat der Präsident das von seinem Vorgänger Obama vereinbarte Nuklearabkommen mit dem Iran als „einen der schlechtesten Deals aller Zeiten“ beschimpft. Nun ist Donald Trump offenbar doch bereit, an dem Vertrag festzuhalten. Im Gegenzug sollen aber neue Sanktionen gegen Teheran verhängt werden. Auch könnte es geschehen, dass Trump ein weiteres Mal die alle drei Monate geforderte Zertifizierung des Abkommens verweigert. Diese schreibt vor, dass der Präsident gegenüber dem Kongress bestätigt, dass Teheran die Auflagen der Atom-Vereinbarung eingehalten hat.

Gesundheitszustand
Größere Aufmerksamkeit als bei seinen Vorgängern wird den ärztlichen Tests geschenkt, denen sich der Präsident am Freitag unterzog. Ein Grund sind Zweifel sowohl an seiner physischen Gesundheit als auch der geistigen Kompetenz. Trump hat eine besondere Vorliebe für Junk-Food, insbesondere Cheeseburger, Brathähnchen und Pommes Frites. Zudem treibt er neben gelegentlichen Golf-Runden keinen Sport. Unruhig wurden aber selbst enge Berater, als Trump zuletzt bei Auftritten undeutlich redete. Trump selbst hält sich für den „gesündesten Präsidenten“ in der amerikanischen Geschichte.

Mauerbau
Während des Wahlkampfs hatte Trump versprochen, dass Mexiko für den Bau einer Mauer entlang der Grenze mit den USA zahlen würde. Nicht nur das ist vom Tisch. Nun ist sogar unklar, ob die Regierung überhaupt das Geld für den Mauerbau zusammen bekommt. Die Demokraten sind strikt dagegen, und auch Republikaner zögern, in einem Wahljahr 18 Milliarden Dollar für ein Projekt zu bewilligen, das bei vielen Bürgern unbeliebt ist. Trump erklärte, ohne die Mauer müssten im März mindestens 800.000 „Dreamer“, die unter Auflagen in den USA leben, das Land verlassen.

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