Kommentar Günther Marx zu Maaßens Situation Die Luft für Maaßen wird dünner

Günther Marx
Günther Marx © Foto: Gerd Marker
Berlin / Günther Marx 11.09.2018

Ein Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes sollte wissen, was er sagt; und es belegen können. Allein, dass Hans-Georg Maaßen einen Bericht darüber anfertigen musste, wie seine Äußerungen in der Boulevard-Presse über die Ereignisse in Chemnitz zu verstehen seien, zeigt die Misslichkeit der Lage. Die „guten Gründe“, die er angeführt hatte, Berichten über rechtsextremistische Hetzjagden zu misstrauen, war er schuldig geblieben, ebenso für die Zweifel über ein in sozialen Medien kursierendes Video.

Seine Äußerungen trugen nicht zur Aufklärung bei, sondern heizten eine hoch emotionalisierte Debatte weiter an – mit dem vermutlich absichtsvollen Nebeneffekt, auch die Kanzlerin bloßzustellen. Damit ist Maaßen Teil der Auseinandersetzung zwischen Merkel und Seehofer. Letzteren hatte er über seine Sicht der Dinge informiert, die Kanzlerin nicht. Nun beugt man sich in Kanzleramt und Innenministerium über seinen Bericht, während die SPD Maaßen schon heute für untragbar hält. Vielleicht ist es für einen Rauswurf zu früh und Maaßen hat wirklich was in der Hand. Aber die Luft um ihn herum wird dünner.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel