Kommentar Ellen Hasenkamp zum Verhältnis zu Israel Deutschland und Israel: Tiefer Graben

Ellen Hasenkamp, Autorenfoto
Ellen Hasenkamp, Autorenfoto © Foto: Marc Hörger
Berlin / Ellen Hasenkamp 05.06.2018

Es ist kompliziert. So lässt sich das deutsch-israelische Verhältnis derzeit wohl am ehesten zusammenfassen. Kompliziert ist auch die politische Beziehung zwischen Benjamin Netanjahu und Angela Merkel. Immerhin – der israelische Ministerpräsident war nun wieder zu Besuch in Berlin. Die letzte Visite der Kanzlerin in Israel liegt über vier Jahre zurück, nun plant sie zumindest einen Gegenbesuch.

Begegnungen sind gut, Beratungen auch. Doch die tiefen Gräben zwischen Berlin und Tel Aviv sind nicht so leicht zu überwinden. Da ist zum einen der israelische Siedlungsausbau, der aus Berliner Sicht der Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt die Luft abdrückt. Und da ist nun auch die Iran-Frage mit ihren vielen Facetten: Das Atom-Abkommen möchten Merkel und ihre europäischen Partner retten; für sie steht auch einer ihrer größten außenpolitischen Erfolge auf dem Spiel. Netanjahu dagegen will das nach dem Rückzug der USA bereits halbtote Abkommen endgültig zur Strecke bringen. Mit der Stabilität in der Region und letztlich auch der Sicherheit Israels argumentieren beide. Um sich zu verstehen, werden noch einige Gespräche nötig sein.

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