Konjunktur Deutschland geht mit sinkenden Schulden ins neue Jahr

Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler läuft ab Jahresanfang 2018 erstmals rückwärts.
Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler läuft ab Jahresanfang 2018 erstmals rückwärts. © Foto: dpa
Berlin / Dieter Keller 23.12.2017

Erstmals seit ihrer Installation vor 22 Jahren läuft die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler ab dem 1. Januar 2018 rückwärts, und zwar um 78 Euro pro Sekunde. Außer Betrieb nehmen will sie dessen Präsident Reiner Holznagel aber nicht: „Die rückwärts laufende Uhr baut Druck auf, bei einer sparsamen Haushaltspolitik zu bleiben“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“.

Hintergrund sind die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts zu den Staatsschulden: Ende September lagen sie um 58,4 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Zudem wurde die Schwelle von 2000 Milliarden Euro wieder unterschritten. Allein der Bund reduzierte seine Kredite binnen eines Jahres um 30 Milliarden Euro, die Länder um über 23 Milliarden Euro. In Baden-Württemberg fiel der Rückgang mit 5,5 Prozent auf 50,3 Milliarden Euro überdurchschnittlich hoch aus.

Seit Jahresanfang hängt die Schuldenuhr nur wenige hundert Meter vom Kanzleramt entfernt. Bis zum Jahresende steigt sie noch weiter um 58 Euro pro Sekunde an. Holznagel begründete das mit den Kreditermächtigungen in den Landeshaushalten. Es sei offen, ob die Länder davon Gebrauch machten.

Noch mehr positive Nachrichten gibt es von den Verbrauchern: Obwohl es noch keine neue Bundesregierung gibt, sind sie in Hochstimmung. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung legten zu, zeigt die monatliche Befragung von 2000 Verbrauchern durch die Marktforscher der GfK in Nürnberg. Nur die Neigung zu Anschaffungen hat etwas nachgelassen. Da der Arbeitsmarkt in bester Verfassung ist, seien die Konsumenten überzeugt, dass sich der anhaltende kräftige Aufschwung auch 2018 fortsetzt, so die GfK.

Wirtschaftsforscher rechnen für 2017 und 2018 mit jeweils etwa 2,2 Prozent Wachstum. Damit liegt Deutschland auf dem gleichen Niveau wie die gesamte Eurozone. Sie könnte das stärkste Wirtschaftswachstum seit gut einem Jahrzehnt hinlegen, erwartet die EU-Kommission. In Griechenland werden 2018 sogar 2,5 Prozent erwartet. Die Arbeitslosigkeit soll unter 20 Prozent sinken.

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