Berlin Deutsche Plan zum Klimaschutz: Eine Gratwanderung

Dieter Keller Südwest Presse
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Dieter Keller 12.11.2016

Sigmar Gabriel liegt mit Grippe im Bett. Das hinderte den Wirtschaftsminister nicht daran, sich mit seiner Umwelt-Kollegin Barbara Hendricks per Telefon über die letzten strittigen Fragen beim Klimaschutzplan zu einigen. Vielleicht fand der SPD-Chef ja endlich einmal Zeit, sich mit seiner Parteigenossin gründlich aus- und abzusprechen. Das hätten sie viel früher tun sollen, statt sich peinliche Streitereien in aller Öffentlichkeit zu liefern.

Hendricks muss nicht mit leeren Händen zur Klimakonferenz nach Marrakesch fahren. Das ist gut. Allerdings bleibt offen, ob ihre Ziele wirklich realistisch sind, ohne die deutschen Firmen übermäßig gegenüber Konkurrenten zu belasten, deren Länder nicht so ehrgeizig sind. Mehr Abstimmung zumindest in der EU wäre sinnvoll gewesen. Nur Deutschland allein wird das Weltklima nicht retten, auch wenn es richtig ist, sich nicht mit der Untätigkeit der anderen herauszureden.

Das Klimaprogramm ist ei­ne Gratwanderung zwischen Umweltschutz und funktionierender Wirtschaft. Es hilft dem Klima wenig, wenn Betriebe ins Ausland abwandern. Und es ist nicht bis 2050 in Stein gemeißelt und muss ständig aktualisiert werden.