Außenhandel Deutsche Exportfirmen auf dem Absprung

Berlin / Dieter Keller 13.08.2018

Die deutschen Exportunternehmen dürften dem Beispiel des Daimler-Konzerns folgen und aus dem Handel mit dem Iran aussteigen, weil die USA mit Sanktionen drohen. Das erwartet der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, Holger Bingmann. „Wer versucht, weiter in den Iran zu exportieren, kann sein Amerika-Geschäft vergessen“, begründete er dies in einem Interview mit der SÜDWEST PRESSE. Schwierigkeiten drohten bei allen Verträgen, die auf Dollar-Basis abgewickelt werden.

Bingmann widersprach damit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Der CDU-Politiker sagte „Bild am Sonntag“: „Wir lassen uns aus Washington keine Handelsbeziehungen mit anderen Ländern diktieren.“ Jedes deutsche Unternehmen dürfe im Iran weiterhin investieren, so viel es möchte. Die Politik suche national und in der EU Wege, um die Finanzierung weiter zu sichern. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran die Sanktionen wieder in Kraft gesetzt und andere Staaten davor gewarnt, mit der Islamischen Republik Handel zu treiben.

Altmaier sagte angesichts der Konflikte der USA mit China und der Türkei, ein weltweiter Handelskrieg verlangsame und zerstöre Wirtschaftswachsum und produziere neue Unsicherheiten. Darunter litten vor allem die Verbraucher, weil die Produkte teurer würden.

Trotz der vielen Probleme von Trump bis Brexit sieht Bingmann im deutschen Außenhandel derzeit weder einen Einbruch noch eine Abflachung: „Unsere Produkte und Dienstleistungen sind nach wie vor gut“, ist der Außenhandels-Präsident überzeugt. Im ersten Halbjahr waren die Exporte um fast vier Prozent gewachsen. Allerdings ließen sich die Mittelständler „von unsicheren Aussichten mehr beeinflussen als Großunternehmen, etwa bei ihren Investitionen“, so Bingmann. Wenn es weiter gut laufe, bremse sie der zunehmende Facharbeitermangel.

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