Der 42-Jährige ist Forscher am Max-Planck-Institut in Leipzig und leitet eine Untersuchung zur akustischen Überwachung von Schimpansen und anderen Affen im Nationalpark Taï an der Elfenbeinküste.

Das Getrommel stammt von Schimpansen - vor allem die Männchen schlagen mit Stöcken auf Baumwurzeln. "Sie verständigen sich so mit Artgenossen und schrecken Rivalen ab", erklärt Kühl. Und das "woowb, woowb"? "Das ist der Ruf, mit dem schwarz-weiße Stummelaffen kommunizieren." Aha, abhören von privaten Gesprächen - bei Menschen würde man sagen, die Forscher verletzen die Privatsphäre. Affen sind nahe Verwandte des Menschen, aber ein Recht auf Privatsphäre haben sie nicht.

Aber den Forschern geht es auch gar nicht darum, die Gespräche der Affen zu belauschen, sondern sie nutzen deren Laute, um festzustellen, wo sich die Tiere aufhalten. Testweise haben sie dazu etwa 20 Mikrofone auf einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern im Nationalpark aufgehängt. Die Idee ist, im 5500 Quadratkilometer großen Taï-Nationalpark jeden Kilometer ein Mikrofon anzubringen, um die gesamte Fläche abzudecken.

So ähnlich wünscht sich das wohl auch ein gewisser Geheimdienst aus den USA - zur Überwachung ganz anderer Primaten.

Zwar schieben auch Geheimdienste gerne den Schutz der Bevölkerung vor, um ihre Spionageaktivitäten zu rechtfertigen - Kühl und seiner Gruppe scheint es aber tatsächlich um den Schutz der Affen vor Wilderei zu gehen. Denn viele Affenarten werden sogar in ausgewiesen Schutzgebieten gejagt. "Die meisten Nationalparks existieren eben nur auf dem Papier", sagt Kühl. "Wir wollen durch die akustische Überwachung frühzeitig erkennen, wenn sich einzelne Affenpopulationen verkleinern, um sofort reagieren zu können."