Trump Der neue US-Sonderermittler Robert Mueller gilt als integer und unabhängig

Sonderermittler Robert Mueller.
Sonderermittler Robert Mueller. © Foto: dpa
dpa 19.05.2017

Wird dieser Mann Donald Trump gefährlich? Das Justizministerium hat den früheren FBI-Chef Robert Mueller (72) zum Sonderermittler in der Russland-Affäre gemacht. Eine Entscheidung, die in Washington parteiübergreifend begrüßt wurde. Denn Mueller gilt als integer und vor allem als unabhängig. Als einer, der als FBI-Chef oft Überstunden machte und dasselbe von seinen Mitarbeitern verlangte. Die „Washington Post“ meinte unmittelbar nach seiner Berufung: „Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik.“ Mueller lasse sich von niemandem einschüchtern. In seinem neuen Amt kann er in Zusammenarbeit mit der US-Bundespolizei und den Gerichten Unterlagen einfordern, auch vertrauliche.

Er studierte in den 1960er Jahren internationale Beziehungen und Jura, diente im Vietnamkrieg, arbeitete später als Assistent des Justizministers Dick Thornburgh und als Bundesstaatsanwalt von Kalifornien.

Der Republikaner George W. Bush ernannte ihn 2001 zum Leiter der Bundespolizei. Als Terroristen von Al-Kaida am 11. September Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon steuerten, war Mueller gerade einmal eine Woche im Amt. Nach den Anschlägen baute das FBI die Anti-Terror-Arbeit massiv aus. 2009 saß Mueller mit im Situation Room, als Navy Seals Osama bin Laden töteten.

Kurz vor Ende seiner Amtszeit explodierten am 19. April 2013 Bomben beim Boston-Marathon. Einen der Attentäter, Tamerlan Zarnajew, hatten FBI-Agenten zwei Jahre zuvor befragt, den Fall aber abgeschlossen. Mueller sagte der „Washington Post“ später, das sei einer der Momente in seiner Karriere gewesen, auf die er nicht stolz sei. Zuletzt überwachte der 72-Jährige als Schlichter im VW-Abgasskandal Vergleichszahlungen zwischen dem Autobauer und US-Klägern.