Bayerische Grenzpolizei Alois Manichl: Der Mann für die Grenze

Alois Mannichl leitet die neue bayerische Grenzpolizei.
Alois Mannichl leitet die neue bayerische Grenzpolizei. © Foto: Armin Weigel dpa
München / Patrick Guyton 02.07.2018
In Bayern nimmt am Montag eine eigene Grenzpolizei ihre Arbeit auf. Der Leiter ist Alois Mannichl.

Es war einer der vielen Pläne, die Bayerns Ministerpräsident  Markus Söder (CSU) in seiner ersten Regierungserklärung angekündigt hatte: Der Freistaat soll eine eigene Grenzpolizei erhalten. Am heutigen Montag nimmt diese Polizei ihre Arbeit auf, Dienstsitz ist das niederbayerische Passau.

Der Leiter des neuen Polizeiverbands erlangte vor neuneinhalb Jahren auf tragische Weise Bekanntheit: Alois Mannichl, zuletzt beim Polizeipräsidium Niederbayern für Verbrechensbekämpfung zuständig, wurde am Abend des 13. Dezember 2008 vor seinem Wohnhaus in Fürstenzell bei Passau mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt. Dabei soll der Täter zu Mannichl gesagt haben: „Schöne Grüße vom nationalen Widerstand. Du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum.“ Mannichl war damals Leiter der Passauer Polizei und in der rechtsextremen Szene eine Hassfigur, weil er massiv gegen sie vorging. Das von ihm wiedergegebene Zitat bezog sich wohl auf eine NPD-Behauptung, laut der der Polizist bei einer Veranstaltung am Volkstrauertag auf die Grabplatte eines Kriegstoten gestiegen sei.

Mordanschläge auf Polizisten?

In ganz Deutschland waren Menschen entsetzt: Verübten Neonazis nun Mordanschläge auf Polizisten? Heute mag das nicht mehr so erstaunlich wirken, doch damals waren die NSU-Morde noch nicht den Terroristen zugeordnet. Bei seiner Entlassung aus der Klinik sagte Mannichl: „Wir lassen uns von diesen Rechtsextremisten nicht einschüchtern.“

Er beschrieb den Täter als großen Mann mit rundem Gesicht und Glatze. Die Polizeiermittler arbeiteten mit Hochdruck. Nur: Es wurde bis heute niemand gefunden. Ein Umstand des Verbrechens wirkte merkwürdig: Auf Mannichl wurde mit einem Küchenmesser aus seinem eigenen Haushalt eingestochen, das vor dem Haus gelegen hatte. Die Neonazi-Szene verleumdete ihn als Lügner. Aufgrund der Schmähungen habe er „die Hölle durchlebt“, meinte Mannichl später.

Er blieb ein ebenso besonnener wie hartnäckiger Ermittler, der sich auch mit organisierter Kriminalität befasste. In seinem Heimatort sitzt er für die „Überparteiliche Wählergemeinschaft“ im Gemeinderat. Bei der neuen Grenzpolizei steht er 500 Beamten vor, die nicht direkt an der Grenze – dafür ist die Bundespolizei zuständig –, sondern dahinter verstärkt kontrollieren sollen.

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