Kommentar André Bochow zum Parteitag der Linken Der große Krach ist nur aufgeschoben

André Bochow, Autorenfoto
André Bochow, Autorenfoto © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / André Bochow 11.06.2018

Am Ende des Parteitags standen die führenden Linken gemeinsam auf der Bühne: die Parteivorsitzenden und die Bundestags-Fraktionschefs. Den Delegierten und der Öffentlichkeit sollte gezeigt werden, dass man doch zueinander finden kann. Dabei wurde der Streit nur vertagt.

 Das liegt vor allem daran, dass Sahra Wagenknecht und ihre Anhänger Auseinandersetzungen aus dem Weg gegangen sind. Wenn sie mit den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger unzufrieden sind, warum gab es dann keine Gegenkandidaten? Wenn Wagenknecht eine andere Flüchtlingspolitik will, warum vertritt sie die nicht vor ihren Genossen? Aber auch die, die für offene Grenzen sind, müssen noch Fragen beantworten. Zum Beispiel die nach der Bereitschaft der linken Wählerschaft, der Parteilinie bei dem Thema Migration zu folgen.

 All das sind Themen, die die gesamte Gesellschaft bewegen. Es wäre spannend gewesen, einer offenen und fairen Diskussion der Linken da­rüber zu folgen. In der Flüchtlingsfrage ist bei ihnen nichts geklärt. Das könnte sich bald rächen. Der Wutausbruch einiger Delegierter in Leipzig hat einen Vorgeschmack gegeben.

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