Kommentar Der Fall Oxfam: Katastrophale Hilfe

André Bochow.
André Bochow. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / André Bochow 15.02.2018
Hilfsorganisationen leben von Vertrauen. Oxfam hat viel davon verspielt. Das schadet auch anderen Helfern.

Helfer kommen in ein geschundenes Land, werden möglicherweise als Retter, mindestens aber als gute Menschen empfangen und entpuppen sich als Prasser, sexuelle Ausbeuter, vielleicht sogar als Vergewaltiger. Wer so etwas nicht für möglich hielt, wurde nun durch die Oxfam-Enthüllungen eines Besseren belehrt. Was werden tatsächliche oder potenzielle Spender nun sagen? Angesichts des ungeheuerlichen Verdachts, dass in einigen Fällen Nothilfe von sexuellen Gegenleistungen abhängig gemacht wurde?

Hilfsorganisationen leben von Vertrauen.  Ohne Vertrauen kann man nicht erfolgreich in den Ländern arbeiten, denen man Hilfe bringen will. Ohne Vertrauen wird man auf dem Spendenmarkt schnell zum Verlierer. Und ein Markt ist es nun einmal. In Hilfsorganisationen arbeiten Mitbürger, die für ihre Arbeit bezahlt werden. Gottlob. Wenn es ernst wird, werden Profis gebraucht. Es ist aber nicht professionell,  sich wie Kolonialherren aufzuführen. Es ist kriminell,  Geld und Macht zu missbrauchen. Und es ist nicht professionell, sondern schädlich für alle Hilfsorganisationen, wenn die Wahrheit  vertuscht wird.