Arbeitsmarkt Der Fachkräftemangel in Deutschland wird dramatisch zunehmen

Illustration zum Fachkräftemangel: Neue Studie veröffentlicht
Illustration zum Fachkräftemangel: Neue Studie veröffentlicht © Foto: Stefanie Pillick/dpa
Berlin / Dieter Keller 31.08.2017
Die Fachkräftelücke wird laut einer Prognos-Studie in den nächsten Jahren immer größer, auch wenn Experten eine gewisse Entspannung sehen.

Ohne schnelles Umsteuern droht der deutschen Wirtschaft eine wachsende Fachkräftelücke. 2030 könnten drei Millionen Fachkräfte fehlen, 2040 bereits 3,3 Millionen, schätzt das Basler Forschungsinstitut Prognos. Das ist etwas optimistischer als vor zwei Jahren, als es noch eine Lücke von 3,9 Millionen prognostizierte. Damals rechnete Prognos mit einem stärkeren Rückgang der Bevölkerung. Fehlen dürften Arbeitskräfte mit abgeschlossener Lehre und mit Hochschulabschluss.

Insbesondere in Gesundheits-, Pflege- und technischen Berufen droht eine immer größere Fachkräftelücke, zeigt ein Bericht des Arbeitsministeriums zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. In einigen Branchen und Regionen können bereits heute offene Stellen kaum noch besetzt werden.

Wie die Digitalisierung den Fachkräftebedarf beeinflussen wird, ist noch offen. Voraussichtlich fallen dadurch im Maschinenbau weniger Jobs weg als oftmals befürchtet. In der Verwaltung sowie im Einzelhandel könnte die Zahl der Stellen dagegen deutlich sinken. Dafür sind aufgrund der Überalterung der Gesellschaft  bis zu 500 000 neue Arbeitsplätze im Gesundheits- und Sozialwesen möglich.

Um zusätzliche Fachkräfte zu mobilisieren, empfiehlt Prognos,  international zu suchen. Hinzu kommen sollten auch längere Arbeitszeiten von Älteren und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Staat müsse die Kinderbetreuung ausbauen, die Wirtschaft mehr auf die Arbeitszeitwünsche von Müttern eingehen.

Die Zahl der Lehrlinge ist rückläufig: Im vergangenen Jahr fingen  510 000 Jugendliche eine Ausbildung an. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Frauen entschieden sich am häufigsten für die Ausbildung zur Kauffrau im Büromanagement. Bei den Männern stand der Kfz-Mechatroniker an erster Stelle. Abitur hatte jeder dritte weibliche, aber nur jeder vierte männliche Lehrling.

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