Depression: Nach Amoklauf Warnung vor Ausgrenzung

KNA 25.07.2016
Der Psychiater Ulrich Hegerl warnt vor einer Stigmatisierung psychisch Kranker. Sie könne dazu führen, dass sich die Betroffenen nicht rechtzeitig Hilfe holten.

Die Deutsche Stiftung Depressionshilfe warnt vor einer Ausgrenzung psychisch kranker Menschen. „Mit großer Sicherheit kommt eine Depression des Täters als Ursache für den Amoklauf in München nicht in Frage“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ulrich Hegerl.

Etwa vier Millionen Menschen litten in Deutschland aktuell unter behandlungsbedürftigen Depressionen, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Es gebe keine Hinweise, dass die Betroffenen öfter Gewalttaten als andere begingen. Eher sei sogar das Gegenteil der Fall.  Hegerl warnte vor einer Stigmatisierung Depressiver. Das erhöhe die Hürde, sich professionelle Hilfe zu holen. „Nicht optimal behandelte Depressionen verursachen großes unnötiges Leid und sind die Hauptursache für die jährlich etwa 10 000 Selbsttötungen in Deutschland.“