Kommentar Hajo Zenker zu Prämien für Pflegekräfte Den Pflegeberuf grundsätzlich aufwerten

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Berlin / Hajo Zenker 18.05.2018

Not macht erfinderisch. Und in der Pflege ist die Not unzweifelhaft groß. Die soll nach den Plänen des Pflegebeauftragten der Bundesregierung bald mit einer Prämie gelindert werden. 5000 Euro bekommt demnach eine ausgebildete Pflegekraft, wenn sie in den Beruf zurückkehrt oder auf Vollzeit umstellt. Das klingt zunächst wie ein Akt der Verzweiflung. Und kann doch erst einmal einen positiven Effekt haben.

Geld hat als Motivation ja noch immer bei vielen Menschen funktioniert. Schon gar, wenn sie so bescheiden entlohnt werden wie Pflegekräfte. Natürlich werden sich bei einem solchen Modell Mitnahmeeffekte nicht vermeiden lassen. Aber das muss man angesichts der aktuellen Lage wohl in Kauf nehmen.

Wie viel ausgebildetes Personal sich dann tatsächlich mit der Prämie locken lässt, bleibt abzuwarten. Aber jeder Einzelne, der kommt, nimmt den anderen Kollegen in Krankenhaus und Altersheim etwas Last von der Schulter. Und macht so den Job, den viele wegen der hohen Belastung kaum noch ertragen, wieder etwas attraktiver.

Auf Dauer kann man es natürlich nicht bei solch einer Feuerwehraktion belassen. Der Beruf muss nachhaltig aufgewertet werden, in Ausbildung, Qualifizierung und natürlich Bezahlung. Das allein aber dürfte trotzdem nicht reichen. In Zukunft werden zur Pflege Roboter genauso gehören wie Personal aus fernen Ländern. Ein Zeichen aber hat der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, auf jeden Fall gesetzt. Der ausgewiesene Experte will tatsächlich neue Wege im Kampf gegen den Pflegenotstand beschreiten. Und das macht Hoffnung.

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