Krankenkassen Debatte über Embryo-Tests gefordert

Berlin / Dorothee Torebko 13.10.2018

Mehr als 100 Bundestagsabgeordnete haben fraktionsübergreifend eine Debatte zur Regelung vorgeburtlicher Bluttests gefordert. Die Untersuchungen zeigen auf, ob Embryonen die Genmutation Trisomie 21 aufweisen. „Die gesellschaftlichen Auswirkungen, die sich durch die Anwendung der Tests ergeben, wurden bislang von keiner Instanz geprüft“, kritisierte der CDU-Abgeordnete Rudolf Henke bei der Vorstellung des gemeinsamen Positionspapiers der Parlamentarier von Union, SPD, FDP, Linken und Grünen in Berlin.

Hintergrund des Vorstoßes ist ein laufendes Verfahren, in welchen Fällen solche Tests von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden sollen. Die Parlamentarier wollen, dass die Untersuchungen auch weiterhin von den Eltern gezahlt werden. Denn sie befürchten, dass die Zahl der Abtreibungen steigt, wenn sie zur Regelleistung werden. Bereits jetzt werden neun von zehn Embryos mit Trisomie 21 abgetrieben. Menschen mit Downsyndrom „leiden nicht unter Trisomie 21, sondern darunter, nicht respektvoll behandelt zu werden“, sagte die SPD-Abgeordnete Dagmar Schmidt. Ein weiteres Problem sehen die Abgeordneten darin, dass eine solche Kassenleistung den Weg für weitere vorgeburtliche Tests ebnen könnte. Deshalb sei es umso wichtiger, die Beratungsmöglichkeiten für Eltern zu verbessern, sagte die Kathrin Vogler von den Linken.

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