Gewalt De Maizière warnt vor Verrohung der Gesellschaft

Von André Bochow 25.04.2017

Die gute Nachricht ist, dass die Kriminalität in Deutschland insgesamt nicht gestiegen ist, obwohl mehr als eine Million Flüchtlinge in den Jahren 2015 und 2016 ins Land kamen. „Unerfreulich“ sei aber laut  Bundesinnenminister Thomas de Maizière CDU), „dass die durch Zuwanderer verübte Kriminalität im vergangenen Jahr überproportional zugenommen hat.“ Und damit es auch jeder versteht, legt de Maizière nach und sagt: „Da gibt es nichts zu beschönigen.“

Konkret heißt das in diesem Zusammenhang: Die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer ist im vergangenen Jahr um 52,7 Prozent gestiegen. Die Zunahme gilt „für nahezu alle Deliktbereiche. Und leider geht der Anstieg der Gewaltdelikte vor allem auf von Zuwanderern verübte Gewaltdelikte zurück.“ Der Innenminister hat zur Verdeutlichung eine beeindruckende Gegenüberstellung parat. „Bei den Gewaltdelikten haben wir ein Prozent mehr Deutsche aber knapp 90 Prozent mehr zugewanderte Tatverdächtige.“

Das Bundesinnenministerium definiert Zuwanderer als „Personen, die als Angehörige einen Nicht-EU-Staates einzeln oder in Gruppen in das Bundesgebiet einreisen, um sich hier vorübergehend oder dauerhaft aufzuhalten“. Die ausländerrechtlichen Verstöße, also etwa die illegale Einreise, sind in der vorliegenden Kriminalstatistik übrigens nicht enthalten. Zur Wahrheit gehört aber auch: „80 Prozent der Zuwanderer, die Opfer einer Gewalttat wurden, waren Opfer eines anderen Zuwanderers“, so de Maizière. Was die Sache nicht besser mache, meint er, aber es gehöre zum vollständigen Bild.

Vergleichsweise gut ist die Lage in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit der geringsten Kriminalitätsquote. „In keinem anderen Land werden – bezogen auf je 100 000 Einwohner – weniger Straftaten begangen“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Anders als im Bundestrend sei die Zahl aller Straftaten im Südwesten um 1,3 Prozent gesunken.