Der baden-württembergische Innenminister und stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl hat vor zu raschen und zu weitgehenden Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. Er wandte sich in der „Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Mittwoch vor allem gegen das diesbezügliche Vorpreschen von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). „Was in Thüringen geschieht, ist verantwortungslos“, sagte Strobl.

Weiter vorsichtig sein

„Natürlich verstehe ich, dass sich die Menschen nach Normalität sehnen“, sagte der CDU-Vize weiter. Die Einschränkungen seien aber weiterhin „notwendig, um Menschenleben zu schützen“, hob er hervor. „Die ernste Wahrheit heißt: Wir dürfen uns noch nicht auf ein Leben nach Corona freuen, sondern müssen uns auf ein Leben mit Corona einstellen“, sagte Strobl. Es gelte, weiterhin vorsichtig zu sein.
„Das Virus ist noch unter uns, die unsichtbare Gefahr ist noch nicht gebannt“, warnte der CDU-Politiker. Gleichwohl seien die Einschränkungen in Deutschland auch in den vergangenen Monaten weniger einschneidend gewesen als in anderen Ländern und würden nun schrittweise weiter verringert: „Entlang der Pandemie-Lage fahren wir diese nun nach und nach zurück, so wie es zu verantworten ist, ohne die erzielten Erfolge zu gefährden.“

Ramelow stößt auf Widerstand

Ramelow hatte sich für eine weitgehende Aufhebung der Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland ab dem 5. Juni ausgesprochen. Er will offenbar auch den Bund-Länder-Beschluss vom Dienstag, Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln grundsätzlich bis zum 29. Juni zu verlängern, nicht mittragen. Allerdings stößt der Ministerpräsident auch in seiner eigenen rot-rot-grünen Koalitionsregierung auf Widerstand.