Sehr Ernst! So schätzt das Robert-Koch-Institut (RKI) die aktuelle Lage Deutschlands in der Corona-Krise ein. "Die Fallzahlen sind insgesamt immer noch sehr hoch, viel zu hoch", sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin mit Blick auf die Infektionen mit dem Coronavirus. Eine "gute Nachricht" sei allerdings, dass die Zahlen aktuell nicht weiter stiegen. Am Donnerstag, den 19.11.2020, wurden mehr als 22.600 Neuinfektionen mit den neuesten Corona-Zahlen vermeldet.

So schätzt das RKI die Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland weiter?

Zuletzt wurden immmer wieder neue Rekordwerte bei den Fallzahlen vermeldet. Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist auf einem Höchststand. Seit Mittwoch ist keiner der 401 Stadt- und Landkreise Deutschlands mehr ohne Corona-Tote. Die Zahlen hätten sich "auf einem hohen Niveau stabilisiert". "Wir wissen aber nicht, ob das schon eine Trendwende ist", sagte Wieler. "Das müssen wir tatsächlich noch abwarten". Der RKI-Chef verwies zudem darauf, dass die Zahlen der schweren Infektionsverläufe und der Intensivpatienten stiegen. Zudem sei auch "die Zahl der Todesfälle weiterhin sehr hoch".

Wirkt der Corona-Lockdown light im November sich schon auf die Fallzahlen aus?

Die Stabilisierung der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland steht nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Zusammenhang mit den getroffenen Eindämmungsmaßnahmen. Die Stabilisierung der Zahlen auf hohem Niveau sei ein Hinweis, dass man langsam sehen könne, dass die strengen Regeln greifen, sagte die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth, am Donnerstag in Berlin.
Die Bevölkerung halte sich daran und die Maßnahmen wirkten. Die Fallzahlen seien trotz der leichten Entspannung aber weiter zu hoch. RKI-Chef Lothar Wieler ergänzte, er sei optimistisch, dass sich der Trend fortsetze - aber man sei noch lange nicht über den Berg.

Kontaktverfolgung und Erfassung der Corona-Fälle - So ist der Stand

Es gelten andere Regeln für Corona-Tests: Nach der aktuellen Änderung von Empfehlungen für Corona-Tests in Deutschland geht das RKI von einer eher geringen Zunahme der Dunkelziffer aus. Aus den verfügbaren Daten, auch zur Belegung der Krankenhäuser, könne man schließen, dass die Untererfassung nicht deutlich höher sei als vor einigen Wochen, sagte Wieler bei der Pressekonferenz im Livestream. Dass es eine bestimmte Dunkelziffer bei der Covid-19-Erkrankung gibt - es wird also nicht jeder Fall erkannt und dann auch gemeldet -, habe man immer gewusst.
Kürzlich sind die RKI-Empfehlungen an Ärzte, wer auf Sars-CoV-2 getestet werden soll, geändert worden. Dies wurde auch mit der Zunahme von banalen Erkältungskrankheiten im Herbst und Winter begründet - es könne angesichts begrenzter Kapazitäten in den Laboren nun nicht jeder Patient mit Schnupfen getestet werden. Nun liegt ein besonderer Fokus auf Patienten mit Symptomen wie etwa Lungenentzündung oder Geruchs- und Geschmacksverlust. Vergangene Woche ging die Zahl der durchgeführten PCR-Tests nach Daten eines großen Laborverbands im Vergleich zu den beiden Vorwochen von rund 1,44 Millionen auf rund 1,26 Millionen zurück.