Die Bundesregierung könnte angesichts der deutlich steigenden Corona-Zahlen Teile Österreichs als Risikogebiet erklären. Konkret heißt es, Deutschland werde am Mittwochnachmittag Österreichs Hauptstadt Wien auf die rote Liste der Länder setzen, das berichtet der Standard aus Wien. Die Bundesregierung zeigt sich beunruhigt wegen der rasant ansteigenden Zahlen der Neuinfektionen. Aus deutschen Regierungskreisen wurde dem Standard bestätigt, dass Wien noch am Nachmittag zum Risikogebiet erklärt wird.

Corona in Österreich: Mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner

Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor. Deshalb werden das Auswärtige Amt, die Ressorts für Inneres und Gesundheit sowie das Robert-Koch-Institut in Berlin die Entscheidung treffen, Wien als Risikogebiet auszuweisen. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, braucht einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Kann er diesen dem örtlichen Gesundheitsamt nicht vorlegen, ist eine zweiwöchige Quarantäne verpflichtend.

Corona-Zahlen in Österreich: So viele Infizierte, Tote und Genesene gibt es

Das österreichische Gesundheitsministerium gibt die aktuellen Zahlen in einem Dashbaord bekannt. So sehen die Zahlen aus (Stand 17.09, 7:00 Uhr)
  • Zahl der Infizierten: 35.898
  • Zahl der aktiven Fälle: 6660
  • Zahl der Genesenen: 27.655
  • Zahl der Toten: 758
  • Aktuell sind 321 Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus
Die Daten zeigen auch die ungleiche Verteilung auf verschiedene Regionen. So entfallen auf Wien mit 3605 etwa die Hälfte der aktiven Fälle.
Auf Wien entfallen mit Abstand die meisten der aktiven Fälle.
Auf Wien entfallen mit Abstand die meisten der aktiven Fälle.
© Foto: Screenshot Dashboard Gesundheitsministerium Österreich.

Corona in Wien: Stadt stockt Personal auf

Für den Kampf gegen das Coronavirus stellt die Stadt Wien nach Informationen des ORF neues Personal ein. Insgesamt sollen 1000 Personen neu angestellt werden. zuvor hatte es nach Berichten des ORF Beschwerden um das Management der Krise in der österreichischen Hauptstadt gegeben. Hotlines waren nicht zu erreichen und Testergebnisse wurden zu spät übermittelt. Der größte Teil der neu angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird zur Kontaktverfolgung eingesetzt.

Corona in Österrreich: Gesundheitsminister macht Feiern für Anstieg der Zahlen verantwortlich

Vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Alpenrepublik verantwortlich. Sport- und Kulturveranstaltungen trügen dagegen dank Präventionskonzepten wenig zum Anstieg bei. Das Land befinde sich in einer entscheidenden Phase, sagte Anschober am Mittwoch.
Die Prognosen gingen deutlich auseinander. Die eher positive Variante sage ein tägliches Plus von etwa 650 Fällen voraus, pessimistischere Varianten gingen von 1500 täglichen Neuinfektionen aus. Am Mittwoch wurden 768 neue Fälle verzeichnet. Auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten beginne spürbar zu steigen, sagte Anschober.
Mit dieser Entwicklung liegt Österreich deutlich über dem Trend in Deutschland. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner sind die Infektionszahlen in Österreich gut drei Mal höher. 3600 der aktuell rund 6600 aktiven Fälle in Österreich werden aus Wien gemeldet. Die Schweiz hat die österreichische Hauptstadt daher bereits auf die Liste der Risikogebiete gesetzt.

Corona-Regeln Österreich: Diese Einschränkungen gelten

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen hat Österreich erneut Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Es gelten unter anderem neue Regeln für die Gastronomie, Teilnehmeranzahl bei Veranstaltungen und in Schulen. Unklar ist aktuell, ob ein Skiurlaub in den Herbst oder Weihnachtsferien in Österreich möglich sein wird. Als eine Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie hat das Land eine Corona-Ampel eingeführt. Diese soll helfen, das Virus gezielter zu bekämpfen und insbesondere auf lokale Ausbrüche reagieren zu könne.

Corona in Bayern: Passau an der Grenze zu Österreich überschreitet Frühwarnwert

Mit Passau hat eine weitere Stadt in Bayern den Grenzwert für Einschränkungen überschritten. Nach Neu-Ulm und Würzburg gibt es damit einen weiteren Corona-Hotspot im Freistaat. Dieser liegt nun nicht wie die anderen an der Grenze zu Baden-Württemberg, sondern unmittelbar an der österreichischen Grenze.

Rasanter Anstieg der Corona-Zahlen in Würzburg

Die Stadt Würzburg liegt erneut weit über dem bundesweit geltenden Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage. Überschritten hatte die Stadt den Wert vor einer Woche. Die Zahl an Neuinfektionen ist nun erneut deutlich gestiegen. Die Stadt registrierte am Mittwoch innerhalb der vergangenen sieben Tage 75,07 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittwoch mitteilte.