Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für die kommende Woche ein längerfristig geltendes Corona-Konzept angekündigt. Am Mittwoch kommender Woche sollten von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten Beschlüsse auf den Weg gebracht werden, die auch über den Jahreswechsel hinweg gelten sollten, kündigte Merkel am Montagabend nach stundenlangen Beratungen mit den Ministerpräsidenten an. Es müsse dabei aber eine „Vielzahl von Problemen“ angegangen werden.

Private Kontakte reduzieren, keine Feiern, keine Reisen

Zum Eindämmen der Corona-Pandemie rufen Bund und Länder die Bürger auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten, private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten auf einen festen weiteren Hausstand beschränkt werden. Das schließe auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein.
Die Bürger sollen demnach auch auf nicht notwendige private Reisen und touristische Tagestouren verzichten, außerdem auf Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr.

Mit Erkältungssymptomen zu Hause bleiben

Die Kanzlerin mahnte die Bürger auch, bei Erkältungssymptomen zu Hause zu bleiben und telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen. Die Menschen sollten zu Hause bleiben, bis die Symptome abgeklungen seien. In der Vergangenheit habe es Millionen Menschen mit Erkältungen im Winter gegeben.

FFP2-Masken für gefährdete Menschen

Bund und Länder wollen besonders gefährdete Menschen mit günstigen FFP2-Masken vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bewahren. Über 65-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollen insgesamt 15 dieser Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können, heißt es in einem Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten der Länder vom Montag. Die Kosten übernimmt demnach der Bund.

Ländern lehnen Corona-Rechtsänderung ab

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben nach Darstellung von Merkel neue verpflichtende Beschränkungen wegen der Corona-Krise verhindert. Die Länder seien mehrheitlich der Meinung gewesen, vor Ablauf der derzeitigen Vorschriften Ende November keine „Zwischen-Rechtsänderungen“ vorzunehmen, sagte Merkel nach den Beratungen am Montagabend in Berlin. Bei diesem Thema sei sie durchaus etwas anderer Meinung gewesen.

Entscheidung über Schulen vertagt

Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen an den Schulen in der Corona-Pandemie wurde vertagt. „Bund und Länder werden auf der nächsten Konferenz darüber beraten, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich in Hotspots reduziert werden können“, beschlossen Merkel und die Länderchefs am Montag nach mehrstündigen Beratungen. Das nächste Gespräch ist nach Angaben der Bundeskanzlerin für den 25. November geplant. Der Bund hatte zuvor verschärfte Maßnahmen an Schulen vorgeschlagen, wie eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer auch im Unterricht und eine Halbierung der Klassen.

Merkel: Corona-Situation hat sich verbessert, aber keine Trendumkehr

Merkel betonte, seit den im Oktober getroffenen Beschlüssen habe sich die Infektionslage zwar verbessert, aber eine Trendumkehr sei nicht erreicht worden. Von einem Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche sei man noch weit entfernt. Deshalb müssten sich die Menschen weiter einschränken und Kontakte so weit wie möglich vermeiden. Mitte der kommenden Woche wollen Merkel und die Ministerpräsidenten die Lage erneut bewerten und dann gegebenenfalls auch Vorschriften verschärfen.

Corona Regeln: Was gilt Weihnachten und Silvester?

Die Beschlüsse in der kommenden Woche sollen für die Wintermonate gelten und damit höchstwahrscheinlich auch für Weihnachten und Silvester. Das könnte bedeuten, dass Feiern mit der Familie ausfallen müssen. Auch denkbar ist ein Verbot von Feuerwerk, wie es die Niederlande bereits beschlossen haben.

Söder hält Beschlüsse für „nicht ausreichend“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die Ergebnisse des Corona-Gipfels für noch nicht ausreichend. „Es reicht noch nicht“, sagte Söder am Montagabend in Berlin im Anschluss an die Gespräche. Auch auf Twitter sagte er: „Heute war noch nicht der große Wurf. Nächste Woche ist die Woche der Entscheidung.“
Bei den für die kommende Woche geplanten neuen Gesprächen müsse geschaut werden, ob die jetzigen Aufforderungen in Form von Beschlüssen verschärft werden könnten.
Söder sagte, er wolle die Maßnahmen lieber verlängern als vorzeitig abbrechen. „Im Zweifel müssen wir auf Sicherheit setzen.“