In den vergangenen Tagen der Corona-Krise war die Entscheiduung über eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Ersten Fußball-Bundesliga und Zweiten Fußball-Bundesliga heiß diskutiert - jetzt ist es beschlossen: Die Fußball-Bundesliga darf die derzeit wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison ab der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen fortsetzen. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch.
Angela Merkel war der Fußball angesichts einer ganzen Palette der Lockerungen nur einen Nebensatz wert. "Der Spielbetrieb wird unter den genehmigten Regeln erlaubt", sagte sie. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder meinte dazu ergänzend, dass das Thema Bundesliga umstritten sei. Er aber halte den Kompromiss für vertretbar. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Corona-Quarantäne vor Beginn des Fußball-Spielbetriebs

„Dem Beginn des Spielbetriebs muss eine zweiwöchige Quarantäne-Maßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Profifußballer sind bei ihren Clubs weitgehend streng isoliert, aber noch nicht komplett in Quarantäne. Ministerpräsident Markus Söder sagte unter Berufung auf Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass diese explizit nicht zwei Wochen dauern müsse.
„Dass dort regelmäßig getestet wird, ist natürlich eine andere Situation, als wenn jemand nur einmal am Anfang und am Ende der Quarantäne getestet wird. Das ist der Hintergrund“, begründete Merkel in der Pressekonferenz am Mittwoch die möglicherweise kürzere Quarantänezeit. Auch bei Kontaktpersonen von positiven Corona-Fällen kann die Quarantäne wegen der Dauertestung kürzer ausfallen, die Entscheidung liegt hier bei den örtlichen Gesundheitsbehörden.

An welchem Termin startet die Bundesliga wieder?

Ab wann genau die Geisterspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Programm stehen, ist noch offen. Die Entscheidung soll der Deutschen Fußball Liga (DFL) überlassen werden. Die DFL, die am Donnerstag die 36 Klubchefs virtuell versammelt, visierte zuletzt den 15. Mai für an. Möglich wäre aber auch der 21. Mai.
Das bedeutet: Frühestens könnte also bereits am Wochenende des 16. und 17. Mai der Ball in den Stadien wieder rollen. Die Bundesliga-Saison ist seit Mitte März ausgesetzt, neun Spieltage sind noch zu absolvieren. Die DFL strebt an, diese bis zum 30. Juni durchziehen zu können. Sie hatte von ihrer „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr unter Spielern und Betreuern zu minimieren. In einer ersten Testreihe hatte es bei 1724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Corona-Fälle gegeben.

DFB soll Konzepte für 3. Liga und Frauenliga erarbeiten

Die Genehmigung für das Konzept gilt zunächst für die Bundesliga und die 2. Bundesliga. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird in diesem Zusammenhang gebeten, „für die anderen Ligen tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln“. Dies könnte die Frauen-Bundesliga und die 3. Liga betreffen, die auf eine Fortsetzung der derzeit unterbrochenen Spielzeit hoffen.

München

Konzept der DFL überzeugt Ministerpräsidenten

Ein von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegtes Konzept hat zwar mehrere Ministerpräsidenten und auch den für Spitzensport zuständigen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) überzeugt. Mehrere Corona-Fälle beim 1. FC Köln und ein Video, in dem der inzwischen suspendierte Hertha-Profi Salomon Kalou dokumentiert, wie Abstandsregeln missachtet werden, lässt allerdings Zweifel aufkommen. Markus Söder sagte mit Blick auf diesen Vorfall, dass auch Profis die Corona-Regeln beachten müssten.

Gesundheitswesen geht bei Tests vor

In der am Mittwoch weitgehend bestätigten Beschlussvorlage hieß es, dass die "Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder" die "Fortsetzung des Spielbetriebes und mithin die Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga für die dort startberechtigten 36 Vereine auf deren Kosten" für "vertretbar" halten.
Allerdings wird auch festgehalten, dass mit Blick auf die Testkapazitäten das Gesundheitswesen "jederzeit mit Priorität behandelt" werden muss. Rund 20.000 Tests wird der Profifußball wohl bis zum Saisonende benötigen.