Zuvor hatte es einen Bericht gegeben, wonach das Ministerium keine Verlängerung der Lohnfortzahlung plane. "Auch in Zeiten, in denen Schulen und Kitas schrittweise geöffnet werden und die Notbetreuung ausgebaut wird, ist eine entsprechende Lösung notwendig", teilte nun aber das Arbeitsministerium mit. Dafür sei "eine zügige Einigung von Bund und Ländern notwendig".
Allerdings wies das Ministerium auch darauf hin, dass anders als vielfach dargestellt die Lohnfortzahlung auch jetzt bereits für Familien nicht nach sechs Wochen auslaufe. "Wichtig ist, dass für jedes Elternteil jeweils sechs Wochen Lohnfortzahlung möglich sind", erklärte dazu das Ministerium. Somit können Eltern, deren Kinder nicht in die von den Ländern verstärkt ausgebaute Notbetreuung gehen, "bis zu zwölf Wochen lang diese Lohnfortzahlung beziehen".

Bis zu 67 Prozent des Lohns erhalten

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" hatte zuvor unter Berufung auf eine Sprecherin des Arbeitsministeriums berichtet, die Bundesregierung plane keine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder in der Corona-Krise nicht zur Arbeit gehen können. Da Kindergärten und Schulen verstärkt wieder öffneten, werde es "nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben", zitierte die "NOZ" die Sprecherin. Eltern können bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren während der Pandemie wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Die Leistung ist aber begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird bisher höchstens sechs Wochen lang gezahlt. Zeiten, in denen die Kita oder Schule ohnehin wegen Ferien geschlossen wäre, werden nicht mitgerechnet.

Alleinerziehende von Coronakrise am stärksten betroffen

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch nannte es unter Berufung auf den "NOZ"-Bericht einen "Skandal, wie die Bundesregierung mit Eltern umgeht, die auf Kinderbetreuung verzichten müssen". Kinder, Frauen und vor allem Alleinerziehende würden zu Verlierern der Corona-Krise, sagte Bartsch er der Zeitung. Auch DGB-Vorstandsmitlied Anja Piel verlangte eine Nachbesserung. Viele Familien seien angesichts des Notbetriebs in den Kitas und des eingeschränkten Schulbetriebs "weiter von Existenzsorgen und Betreuungsengpässen gebeutelt", sagte sie ebenfalls der "NOZ".