Die Zahl der Arbeitslosen ist von April auf Mai um 169.000 gestiegen. Das teilte am Mittwoch die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2019 lag die Zahl der Arbeitslosen um 577.000 höher.
„Der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie weiterhin stark unter Druck“, erklärte BA-Chef Detlef Scheele. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung seien auch im Mai gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie im April. In dem Monat war die Zahl der Arbeitslosen um über 300.000 angewachsen.

Kurzarbeit übersteigt Niveau der Zeit der Wirtschaftskrise 2008/2009

Die Kurzarbeit überschritt das Niveau der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 schon im März deutlich, wie die BA weiter mitteilte. Im ersten Monat der Verschärfung der Corona-Krise sei vorläufigen hochgerechneten Daten zufolge für 2,02 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt worden. In der Finanzkrise waren dies rund 1,5 Millionen Arbeitnehmer gewesen.
„Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin rückläufig, hat sich aber immerhin gefangen“, sagte Scheele weiter. Im Mai waren demnach 584.000 Stellen bei der BA gemeldet, das waren 208.000 weniger als vor einem Jahr.

Arbeitslosenzahlen in Bayern - So ist die Entwicklung

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist durch die Corona-Krise deutlich gestiegen. Im Mai waren 290 580 Menschen ohne Job gemeldet und damit 6,9 Prozent mehr als im April. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 44,4 Prozent, wie die bayerische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,8 Prozent - dem höchsten Wert für einen Mai seit zehn Jahren. „Trotz der Lockerungen der Beschränkungen steht die bayerische Wirtschaft noch vor großen Herausforderungen“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart.