Glosse Cops im Bundestag

Dunkelblau und schlicht: So ungefähr wird die Bundestagspolizei künftig auftreten.
Dunkelblau und schlicht: So ungefähr wird die Bundestagspolizei künftig auftreten. © Foto: ©Goran Bogicevic/Shutterstock.com
Berlin / Dieter Keller 09.10.2018

Was macht einen deutschen Beamten zur Respektsperson? Richtig, die Uniform. Das wissen wir spätestens, seit sich der Schuster Wilhelm Voigt im Trödelhandel diverse Uniformteile des preußischen 1. Garde-Regiments zu Fuß besorgte, einen Trupp Gardesoldaten stramm stehen ließ und die Stadtkasse von Köpenick beschlagnahmte. Das waren noch Zeiten, in denen ein simples Stück Stoff solche Wirkung hatte.

So viel Respekt wünscht sich offenbar auch die Bundestagspolizei. Ja, das deutsche Parlament hat seine eigene, gut 200 Mann und Frau große Polizeitruppe, die für Ordnung rund um den Bundestag sorgt. Lange hieß sie „Haus-Ordnungsdienst“, was nun wirklich keinen Respekt einflößt. Seit 30 Jahren darf sie sich Polizei nennen. Nur eines fehlte noch zum Ansehen: die Uniform. Bisher versehen die Ordnungshüter ihren Dienst in Zivilkleidung. Nur bei Bedarf tragen sie schwarze Jacken oder Warnwesten mit der Aufschrift „Polizei“. Ziemlich popelig.

Das ändert sich jetzt endlich: Heute stellt die Parlamentspolizei ihre nagelneuen Uniformen vor. Nicht von einem Promi-Designer entworfen, sondern von der Bundespolizei geliefert. Sie werde so „deutlicher als Polizei wahrgenommen und das Sicherheitsgefühl in der Öffentlichkeit gestärkt“. Zudem soll es mehr Tragekomfort zu allen Jahreszeiten geben. Wir sind weit gekommen. Dem Hauptmann von Köpenick war das die geringste Sorge.

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