CHRONOLOGIE: Eine unendliche Geschichte

DPA 06.02.2013

Das Mega-Projekt Stuttgart 21 erhitzt seit Jahren die Gemüter. Erste Pläne für eine Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs wurden im April 1994 vorgestellt. Die Bauarbeiten begannen 16 Jahre später. Ein Überblick über die Ereignisse.

November 1995: Bahn, Bund, Land und Stadt unterzeichnen eine Rahmenvereinbarung. Das Projekt soll fünf Milliarden Mark (rund 2,5 Milliarden Euro) kosten.

November 1997: Das Düsseldorfer Architektenbüro von Christoph Ingenhoven erhält den Zuschlag für den Umbau in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof.

Oktober 2001: Das Planfeststellungsverfahren beginnt.

20. Dezember 2007: Der Gemeinderat der Landeshauptstadt lehnt einen Bürgerentscheid über das Milliardenprojekt mit großer Mehrheit ab. Rund 67 000 Bürger hatten dafür votiert.

3. November 2008: Der Bundesrechnungshof prophezeit Kosten von mehr als 5 Milliarden Euro.

2. April 2009: Bund, Land und Bahn unterzeichnen die Finanzierungsvereinbarung.

2. Februar 2010: Die Bauarbeiten beginnen.

30. September 2010: Der Konflikt um Stuttgart 21 eskaliert. Bei der Räumung des Schlossgartens werden weit mehr als 100 Demonstranten und etliche Polizisten verletzt.

22. Oktober bis 27. November 2010: In acht Runden Schlichtung streiten sich Befürworter und Gegner von S 21 über die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs.

30. November 2010: Schlichter Heiner Geißler mahnt Nachbesserungen an. Die Bahn wird zu einem «Stresstest» verpflichtet.

21. Juli 2011: Ein Gutachten des Schweizer Verkehrsberatungsbüros sma bestätigt, dass der geplante Tiefbahnhof den Stresstest bestanden hat.

29. Juli 2011: Bei der Präsentation des S-21-Stresstests schlägt Schlichter Heiner Geißler unter dem Motto «Frieden in Stuttgart» überraschend einen kombinierten Tief- und Kopfbahnhof vor. Die Bahn lehnt die Kombi-Lösung ab.

13. September 2011: Das grün-rote Kabinett beschließt, dass das Land keinen Cent mehr als die vorgesehenen 824 Millionen Euro zahlt, wenn der Kostendeckel von 4,5 Milliarden Euro gesprengt werden sollte.

27. November 2011: S-21-Gegner erleiden eine Niederlage bei der Volksabstimmung: 58,8 Prozent der Teilnehmer stimmen gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Bahnprojekts - und damit für Stuttgart 21. Die Beteiligung liegt bei 48,3 Prozent.

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