Weil ein Augenzeuge gefilmt hatte, wie der unbewaffneter Afroamerikaner Walter Scott von dem Polizisten Michael S. kaltblütig erschossen wurde, konnte der Täter schnell überführt werden. Nun hat der Urheber des Handyvideos bekannt gegeben, dass er eigentlich überlegt hatte, die Aufnahme zu löschen. Er habe nach dem Vorfall Angst um sein Leben gehabt und sogar überlegt, North Charleston zu verlassen, sagte der 23-Jährige dem Sender MSNBC. Erst nachdem er einen Polizeibericht über den Vorfall gelesen habe, der nicht mit seiner Aufnahme übereinstimmte, habe er beschlossen, das Video publik zu machen.

Der Polizist Michael S. hatte sich nach den Todesschüssen zunächst auf Notwehr berufen. Er habe um sein Leben gefürchtet, weil Scott ihm nach einer Verkehrskontrolle seine Elektroschock-Waffe entrissen habe. Das Video beweist, dass der Polizist den Elektroschocker erst nachträglich neben das Opfer gelegt hatte.

Um die Bevölkerung in Zukunft besser vor Polizeigewalt zu schützen, will der Bürgermeister von North Charleston, Keith Summey, rund 100 Körperkameras für die Polizisten der Stadt kaufen. Diese sollen die Polizisten künftig an ihren Uniformen tragen. Summey teilte zudem mit, dass der wegen Mordes angeklagte Schütze Michael S. aus dem Polizeidienst entlassen wurde.