Während der Corona-Krise hatten Familien unter besonders vielen Einschränkungen zu leiden. Es gab starke Einkommenseinbußen in den Familien, da wegen der Betreuung der Kinder oftmals eingeschränkt gearbeitet werden konnte. Deshalb war die Überlegung einer besonderen Zahlung Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung, dem so genannten Kinderbonus. Dieser wird allerdings von einigen kritisiert.

Neuer Familienbonus als Hilfe und Konjunkturimpuls

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Geldleistung verteidigt. „Die 300 Euro sind ein zusätzlicher Bonus, der natürlich als Konjunkturimpuls gedacht ist“, sagte sie am Montag im ARD-Morgenmagazin. Das sei kein „stressnehmender Faktor“, sondern eine „zusätzliche Unterstützung für Familien, um Kaufkraft zu steigern“. Darüber hinaus gebe es einen
  • als auch Kurzarbeitergeld
  • und Lohnausfallleistungen.
Familienverbände hatten kritisiert, ein einmaliger Bonus von 300 Euro pro Kind sei keine langfristige Hilfe für Familien.
Doch wie läuft es nun mit der zusätzlichen Geldleistung ab?

Wie hoch ist der Kinderbonus?

Der Kinderbonus ist eine einmalige Zahlung von 300 Euro, die auf das Kindergeld aufgeschlagen wird. Das Geld soll in drei Raten bezahlt werden, also 100 Euro zum Kindergeld. Das macht dann bei einer Familie mit drei Kindern einen Betrag von 900 Euro.

Wem steht der Bonus zu?

Zunächst gibt es für jedes Kind den Bonus, für das ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Das sind Sorgeberechtigte, die mit ihren Kindern in einem Haushalt leben, aber auch Stief-, Pflege-, und Großeltern. Außerdem muss sich der Wohnort in Deutschland, einem anderen EU-Land oder in Norwegen, Liechtenstein, Island und der Schweiz befinden. Das Kindergeld wird von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr bezahlt. Der Anspruch verlängert sich unter bestimmten Umständen bis zum 25. Geburtstag des Kindes, zu Beispiel wenn das Kind eine Ausbildung oder ein Studium absolviert. Das gilt auch, wenn das Kind dann nicht mehr im Haushalt der Eltern lebt.

Bekommen reiche Familien ebenfalls den Kinderbonus?

Reiche Familien werden nicht übervorteilt, weil der Kinderbonus auf den steuerlichen Freibetrag angerechnet wird.

Wie sieht es bei Familien aus, die Hartz IV oder Sozialhilfe erhalten?

Diese Familien bekommen ebenfalls den Bonus. Dieser wird aber, nicht wie die Erhöhung des Kindergelds, auf den Regelsatz angerechnet.

Muss ich den Kinderbonus beantragen?

Dazu gibt es noch keinen Gesetzesentwurf. Es ist aber davon auszugehen, dass man keinen Antrag zu stellen braucht. Der Bonus würde dann einfach mit dem Kindergeld ausbezahlt.

Wann ist mit dem Kinderbonus zu rechnen?

Die Auszahlung könnte bereits schon im Juli 2020 der Fall sein.

Wie ist die Lage für Alleinerziehende?

Alleinerziehende sind wegen des höheren Betreuungsaufwandes und der damit verbundenen Aufwendungen besonders gefordert. Deshalb wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von derzeit 1908 Euro auf 4000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben und damit mehr als verdoppelt.

Wer profitiert wie vom neuen Kinderbonus?

Die 300 Euro werden bei der Einkommensteuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. Das bedeutet: Nicht alle Eltern profitieren von der zusätzlichen Leistung gleichermaßen, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).
Freuen können sich Eltern mit niedrigerem Einkommen: „Nicht verheiratete Eltern profitieren bis zu einem Einkommen von rund 33.900 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus“, hat Rauhöft ausgerechnet. „Verheiratete Eltern profitieren bis zu einer Einkommensgrenze von 67.800 Euro.“ Verdienen Eltern mehr, bringen die Kinderfreibeträge über die Einkommensteuerveranlagung normalerweise mehr Entlastung als das im Laufe des Jahres gezahlte Kindergeld.

Wie sinnvoll ist der Kinderbonus?

Wie sinnvoll der Kinderbonus für die Wiederbelebung der Konjunktur ist, ist umstritten. Der Einzelhandelsverband HDE setzt darauf, dass die Familien die 300 Euro pro Kind zum Shoppen nutzen. Doch zugleich wird der Bonus als Trostpflaster kritisiert - Investitionen in Schulen und Kitas würden den Familien mehr helfen, hieß es. Die 300 Euro seien viel zu wenig, um vielen Familien die nötige finanzielle Sicherheit zu geben. „Familien, die täglich jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen, bringt eine Einmalzahlung dauerhaft keine Verbesserung“, sagte Linke-Chefin Katja Kipping der «Rheinischen Post» (Freitag). Eine Kindergrundsicherung wäre die bessere Wahl gewesen, meinte Kipping.