Digitaler Wandel CDU schlägt Weiterbildungs-Plattform „Milla“ vor

Berlin / Ellen Hasenkamp 06.11.2018

Herr Müller ist 51 Jahre alt und Möbeltischler. Seine Arbeit hat sich in den vergangenen Jahren rapide verändert: Pläne werden nur noch digital geliefert, Bauteile millimetergenau von Maschinen zurechtgeschnitten. Weil Herr Müller Angst hat, seinen Job zu verlieren, will er sich in computergestütztem Zeichnen fortbilden.

Herr Müller ist nur ein Beispiel aus einer Präsentation der CDU zur Zukunft der Weiterbildung. Wie ihm geht es vielen Angestellten. Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey kommt zum Schluss, dass die Automatisierung zwar mehr Jobs schafft als sie zerstört – die Tätigkeiten und Anforderungen werden sich jedoch rapide ändern. „Gerade die Weiterbildung wird ein Erfolgsschlüssel für den digitalen Wandel sein“, sagt CDU-Generalsekretärin Annegret-Kramp-Karrenbauer. Die Christdemokraten haben nun einen Vorschlag erarbeitet, wie dieser Wandel gestaltet werden kann. Sie schlagen nicht weniger als eine Art Netflix der Weiterbildung vor. Mit „Milla“ („Modulares interaktives lebensbegleitendes Lernen für alle“) soll eine Online-Plattform für Weiterbildung geschaffen werden, die funktioniert wie der Filmanbieter. Sie soll Teil einer „Nationalen Weiterbildungsstrategie“ sein, die die Große Koalition im kommenden Jahr vorstellen will.

Konkret sollen Nutzer darauf Bildungsbausteine aus einer optisch ansprechenden Menüpalette auswählen können.  „Mobil, kleinteilig und unterhaltsam“, so stellt sich der CDU-Abgeordnete und Leiter des Arbeitskreises „Zukunft der Arbeit“, Thomas Heilmann, die Weiterbildung der Zukunft vor. Mit so gesammelten „Milla-Punkten“ könnte Herr Müller dann seine Kompetenzen sogar in der U-Bahn oder vom Sofa aus stärken.

Bislang ist es für Weiterbildungs-Willige schwer, einen passenden Kurs zu finden. 4,5 Millionen Angebote sind in Katalogen gesammelt, Informationen werden nicht zentral verwaltet. Heilmann sieht deswegen den Staat in der Pflicht, eine einheitliche Plattform zu schaffen. Er geht dabei von ein bis drei Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr aus. Bisher gibt der Bund jährlich gut 13 Milliarden Euro für Weiterbildung aus.

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