Kommentar Dorothee Torebko zum Carpooling-Trend Carpooling: Gleiche Regeln für alle

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Berlin / Dorothee Torebko 31.07.2018

Mit einem cleveren Geschäftsmodell versuchen gerade Firmen wie Moia (VW-Tochter), Moovel (Daimler) und Ioki (Deutsche Bahn) Deutschlands Straßen zu erobern. Ihr Konzept: Kunden können ein Sammeltaxi per App rufen, warten an einer virtuellen Haltestelle und werden mit anderen Fahrgästen an ihr Ziel transportiert. Das kostet weniger als ein Taxi und ist bequemer als ein Bus. Am Ende besitzen vielleicht sogar immer weniger Menschen Autos und teilen sich diese  nur noch? Doch so ideal diese Utopie klingt, ist sie gar nicht.

Denn natürlich geht es den Automobilkonzernen auch weiterhin darum, Fahrzeuge zu verkaufen. Mittels des Carpooling-Konzepts wollen sie sich lediglich ein Testfeld öffnen. Die Zukunft liegt im autonomen Fahren. Es ist daher gut möglich, dass Sammeltaxis bald nicht mehr von einem menschlichen Fahrer durch die Innenstädte manövriert werden, sondern von einer Maschine. Digitale Sammeltaxis sind VW, Daimler und Co. willkommene Test- und Spielwiesen.

Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass für Carpooling die gleichen Auflagen wie für Taxis gelten:  Die Unternehmen dürfen nicht ausschließlich die lukrativen Strecken in den Innenstädten abgreifen, sondern müssen auch aufs Land fahren. Eben dort, wo die S-Bahn nicht mehr hinkommt. Erst dann ist Carpooling sinnvoll. Erst dann nutzen moderne Mobilitätskonzepte auch dem Verbraucher. Andernfalls tritt das ein, was Verkehrsexperten befürchten: Statt weniger Autos fahren immer mehr in den Innenstädten und verstopfen die Straßen. Dann bringt es der Umwelt auch wenig, dass die Fahrzeuge elektrisch oder vielleicht einmal mit Wasserstoff betrieben werden.

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