Berlin Bundeswehr will israelische Drohnen mieten

DPA 13.01.2016
Die Bundeswehr will demnächst drei bis fünf israelische Kampfdrohnen vom Typ "Heron TP" beschaffen. Dafür sollten 580 Millionen Euro zurückgestellt werden, hieß es am Dienstag aus dem Verteidigungsministerium.

"Es wird um eine bewaffnungsfähige Drohne gehen, das wird für die Zukunft Standard sein", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Die "Heron TP"-Drohnen sollen voraussichtlich 2018 geliefert und dann für sechs bis acht Jahre geleast werden. Der Haushaltsausschuss wird sich in der zweiten Jahreshälfte mit dem Heron-Vertrag befassen. Dass die Drohnen gemietet und nicht gekauft werden sollen, liegt daran, dass die "Heron TP" für die Bundeswehr nur eine Übergangslösung sein soll. Wenn alles wie geplant läuft, wird sie später durch eine neue Drohne ersetzt, die Deutschland zusammen mit Frankreich und Italien entwickeln will. Diese "europäische" Aufklärungs- und Kampfdrohne soll etwa 2025 in die Produktion gehen.

Die israelische Aufklärungsdrohne "Heron 1" wird von der Bundeswehr bereits seit 2010 in Afghanistan eingesetzt. Auch hierfür wurde ein Mietvertrag abgeschlossen. Die Luftwaffe fordert seit vielen Jahren Kampfdrohnen. Kritiker meinen, die ferngesteuerten Flugzeuge senkten die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz, da eigene Soldaten nicht gefährdet würden.